Zu wenig EU im Unterricht - und bei den Lehrern

30. März 2009, 11:16
posten

Richard Kühnel, Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich will mehr Europa in der Lehrerbildung

Österreichs Lehrer müssen mehr über Europa lernen. „Mein größtes Anliegen ist, dass in der Lehrerausbildung, in den Pedaks, Europa für alle ein Thema wird.", sagt der Leiter der Vertretung der Europäische Kommission in Österreich, Richard Kühnel, bei einem Seminar mit Schülern in Wien auf die Fragen, wieso das allgemeine Wissen der Schüler über die EU so schlecht und fast nicht vorhanden ist.

Er hat sein Anliegen auch schon der Bildungsministerin Claudia Schmid vorgebracht, dass alle Lehrer ein Grundwissen über die EU mitbringen müssten. Nach Ansicht von Kühnel kann die EU in jedem Unterrichtsfach vorkommen von Geografie über Geschichte bis zu Physik. Er habe sogar eine Lehrerin kennen gelernt die sogar in Mathematik den Bezug zur EU gefunden hat. Der wichtigste Faktor für Kühnel ist, wie man mit der politischen Bildung im Ausbildungsprozess umgeht.

Die Entscheidungen im Bildungsbereich können nur die Mitgliedsstaaten selber treffen, denn der EU- Kommission fehlen hier laut Richard Kühne die dafür notwendigen Kompetenzen. „Leider", sagt Kühne „können die Mitgliedsstaaten nicht gezwungen werden, in die politische Bildung an Schulen zu investieren."

Viele Lehrer haben nach Ansicht von Kühnel aber auch Angst davor, das Thema EU aufzugreifen, da sie glauben, dass der Unterricht dadurch zu politisch wird. „ Es ist wichtig, dass die Lehrer Selbstsicherheit mitbringen und sich trauen mit den Schülern zu diskutieren", fordert der oberste EU- Vertreter in Österreich. Nur durch engagierte Lehrer und Schüler könnte die politische Bildung an den heimischen Schulen erfolgreich durchgesetzt werden.

Ob Wählen mit 16 gut oder schlecht ist, wollte Kühnel nicht beurteilen, „weil dafür ist es glaube ich noch zu früh. Man muss schauen wie es sich entwickelt." Österreich ist das einzige Land europaweit, in dem Schüler und Schülerinnen ab 16 Jahren wählen können. Deshalb stehe Österreich unter „europäischer Aufmerksamkeit" und Wählen ab 16 wird europaweit noch als eine Art „Experiment" angesehen. Vor den EU- Wahlen am 7. Juni, sollte es jedenfalls eine informative Broschüre über die EU geben, kündigt Kühnel an. (Joanna und Dominique Samborski)

Share if you care.