ATV baut sein Infoangebot aus

29. März 2009, 20:04
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"ATV Österreich Trend" bildet vierteljährlich das aktuelle Meinungsklima zu politischen und wirtschaftlichen Themen ab - Peter Hajek an Bord

ATV will sein Informationsangebot ausbauen und sich noch stärker auf die Nachrichtenkompetenz konzentrieren. Dazu nimmt sich der Privatsender ein Vorbild an den deutschen öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF und deren Meinungsumfragen "Deutschlandtrend" und "Politbarometer". Ab kommender Woche will ATV das aktuelle Meinungsklima zu politischen und wirtschaftlichen Themen veröffentlichen. Erstellt wird dieser "ATV Österreich Trend", der alle drei Monate erscheinen soll, vom Meinungsforscher Peter Hajek.

Im Rahmen dieser Meinungsumfragen werden bis zu 15 Fragen an 1000 wahlberechtigte Österreicher gestellt. Aufgrund der hohen Stichprobenzahl habe die Umfrage eine relativ geringe Schwankungsbreite und sei dadurch aussagekräftiger als die meisten publizierten Meinungsumfragen, erklärte Hajek im APA-Gespräch. So könne man die Ergebnisse nicht nur auf Alter und Geschlecht herunterbrechen, sondern etwa auch Menschen mit Migrationshintergrund herausfiltern. "Wir erheben den Anspruch, eine demoskopische Messlatte zu sein", so Hajek.

Stimmungstrends

Ähnlich wie die Trendmessungen der deutschen öffentlich-rechtlichen Sender will ATV bei jeder Umfrage bis zu zehn fixe Fragen stellen, um Stimmungstrends über einen längeren Zeitraum festzustellen. Dazu gehören etwa die Zufriedenheit mit der Demokratie in Österreich, die Zufriedenheit mit Regierung und Opposition, die Kandidatenpräferenz (Kanzlerfrage), die Sonntagsfrage oder die Einstellung gegenüber der EU.

Anders als in Deutschland wird es bei ATV aber kein eigenes Format für die Trendmessung geben. Die Ergebnisse der Befragung werden jeweils in die Nachrichten des Senders einfließen - erstmals am Montag - und auf der völlig neu gestalteten Homepage online als Textmeldungen oder Videoclips abrufbar sein.

Informationsbedürfnis des Publikums

ATV-Nachrichtenchef Alexander Millecker hält den "ATV Österreich Trend" für ein "seriöses hochqualitatives Instrument, um das Informationsangebot des Senders zu ergänzen". Politik-Berichterstattung stoße auch bei den Zusehern von ATV auf großes Interesse, daher gelte es, dieses Informationsbedürfnis des Publikums noch mehr zu befriedigen. Dafür nimmt der Sender "einen namhaften fünfstelligen Betrag" in die Hand. Die Politik, die den österreichischen Privatsendern seit Jahren die versprochene Medienförderung vorenthält, müsse sich überlegen "ob public value tatsächlich nur vom ORF erfüllt werden kann" und ob "das Informationsbedürfnis von Zusehern der Privatsender weniger wert ist", so Millecker. (APA)

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