Politiker und Polizei nach DNA-Panne unter Druck

29. März 2009, 18:21
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Ermittler fordern höhere Qualitätsstandards

Ludwigsburg - Das Desaster bei der Fahndung nach dem "Phantom" von Heilbronn bringt deutsche Ermittler und Politiker gleichermaßen unter Druck. Während Baden-Württembergs Innenminister Heribert Rech ankündigte, am Mittwoch "alle Daten und Fakten" auf den Tisch zu legen, fordern Ermittler endlich Qualitätsstandards für DNA-Tests. 

Der deutsche Innenminister Wolfgang Schäuble sieht in der Panne jedenfalls keinen Anlass dafür, am genetischen Fingerabdruck als Beweismittel zu zweifeln: "Die DNA-Spur identifiziert eine Person, sagt aber nicht, was die Person getan hat. Das wird ja durch diesen Fall geradezu bestätigt."

Seit Freitag steht fest, dass die Polizei aufgrund verunreinigter Wattestäbchen jahrelang gegen eine Kriminelle ermittelte, die nie existiert hat. Baden-Württembergs Innenminister kündigte an, die Ermittlungsarbeit der Polizei von einem Qualitätsmanager untersuchen zu lassen. Kriminalbeamte verlangten indes Qualitätsstandards für DNA-Tests. Da genetische Fingerabdrücke inzwischen für die Verbrecherjagd von zentraler Bedeutung seien, müsse das Risiko sogenannter Trugspuren unbedingt minimiert werden, sagte der Landeschef des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, Manfred Klumpp. (dpa/DER STANDARD - Printausgabe, 30.3.2009)

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