Rote Verluste und blaue Gewinne

29. März 2009, 16:50
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Die FSG verlor 7,7 Prozentpunkte gegenüber der Wahl 2004

Linz - Die oberösterreichische Arbeiterkammer-Wahl endete am Sonntag mit deutlichen Verlusten für die Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter (FSG) und starken Zugewinnen für die Freiheitlichen Arbeitnehmer (FA). Das endgültige Ergebnis gibt es am Mittwoch.

Die FSG verlor 7,7 Prozentpunkte gegenüber der Wahl 2004 und liegt nun bei 59,3 Prozent, die FA kam mit plus 5,4 Prozentpunkten auf 10,1 Prozent. Leichte Zugewinne verzeichnete die Liste ÖAAB/ÖVP-Fraktion Christlichsozialer Gewerkschafter (FCG) (25,3 Prozent, plus 1,9). Die Grünen Gewerkschafter (Auge/UG) konnten ihre 3,7 Prozent vom letzten Mal verteidigen. Der Gewerkschaftliche Linksblock (GLB) kam auf 0,8 Prozent (plus 0,2), das Bündnis Mosaik auf 0,6 Prozent (plus 0,1). Die beiden Fraktionen sind nicht in der künftigen Vollversammlung.

Die Wahlbeteiligung (491.242 Wahlberechtigte) sank von 50,11 auf 43,5 Prozent. FSG-Spitzenkandidat und AK-Präsident Johann Kalliauer sagte, die Wirtschaftskrise habe "einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Menschen haben derzeit offenbar andere Sorgen, als wählen zu gehen."

ÖAAB-Spitzenkandidat und AK-Vizepräsident Helmut Feilmair sagte: "Es war für uns ein Kampf David gegen Goliath, denn die SPÖ-Gewerkschafter versuchten mit einer nie zuvor dagewesenen Materialschlacht sich die Stimmen der Arbeitnehmerschaft im wahrsten Sinne des Wortes zu erkaufen."
FA-Landeschef Manfred Pühringer sah im Ergebnis seiner Fraktion einen "klaren Auftrag der Arbeitnehmer, dass wir gestärkt ihre Interessen vertreten." Grünen-Arbeitsmarktsprecherin Ulrike Schwarz interpretierte die geringe Wahlbeteiligung als Zeichen dafür, "dass in wirtschaftlichen Krisenzeiten die Arbeiterkammer nicht als Interessenvertretung wahrgenommen wird" . (APA/DER STANDARD Printausgabe, 30. März 2009)

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