Benzinbrüder im Elektroauto

29. März 2009, 16:30

Wenn wir das Denken in Benzinbruder-Mustern nicht aufgeben, wird das Elektroauto nie eine Chance haben, egal wie schlecht es der Autoindustrie geht

Momentan herrscht eine Stimmung, als ob wir alle schon demnächst nur mehr elektrisch fahren würden. Die Berichterstattung vom kurz bevorstehenden Durchbruch des Elektroautos schießt derzeit regelrecht über. Zur Beruhigung: So ein Hype entsteht ungefähr alle zehn Jahre und ist jedes Mal wieder entschlummert.

Und heute? Wir haben verschärfte Rahmenbedingungen, der Druck zu einem umweltschonenderen Verkehr war noch nie so hoch. Der Autoindustrie ist es noch nie so schlecht gegangen. Sie wird sich in vielen Punkten neu orientieren müssen. Unter diesen Bedingungen kriegt auch das Elektroauto eine neue Chance.

Allerdings muss sich mehr ändern als nur eine größere Reichweite, nämlich der ganze Verkehr. Der Autoverkehr hat sich nämlich gewissermaßen eigendynamisch entwickelt, streng nach den Möglichkeiten, die der Verbrennungsmotor bot. Damit haben wir Verkehrsstrukturen, die die Einführung von Elektrofahrzeugen alles andere als begünstigen.

Viele sehen Elektroautos wegen der geringen Reichweite als typisches Stadtfahrzeug. Das ist aber genau der verkehrte Ansatz. Da braucht man nämlich überhaupt kein Auto.

Die wahren Verkehrsprobleme beginnen dort, wo der öffentliche Verkehr zu dünn wird, in der Fläche des weiten Landes. Von Wien nach Windischgarsten fährt man mit dem Zug genau so lang wie mit dem Auto. Das Problem beginnt erst dort: Wie schaffe ich die letzten fünf Kilometer bis Rossleithen? Im Grunde ginge das mit einem besseren Golf-Wagerl. Das heißt, so lange wir systematisch in alten Benzinbruder-Mustern denken, hat das Elektroauto keine Chance, es sei denn, man möchte sich kokett eines als Viertauto in die Garage stellen. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/27.3.2009)

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Nach Windischgarsten

Ich glaube nicht, dass der Autor dieses Artikels schon einmal mit dem Zug von Linz nach Windischgarten unterwegs war.
Es ist erbärmlich: eine eingleisige, kurvige Strecke mit einer Geschwindigkeit, bei der man schon überlegt, einmal kurz zum Blumenpflücken auszusteigen ...
Daneben eine Hochleistungsautobahn. Und da soll die Bahn mithalten?

scheinbar nix verstanden.....

.... das Elektroauto hat eine Chancen weils der Industrie schlecht geht ? Wieso kaufen dzt so viele ein billiges und kleines Auto statt ein E- oder Hybridauto ? Weils kein Geld dafür haben ? Weil es sich nicht rentiert ? weil nicht nutzbar ? (Reichweite,Auftankmöglichkeit)

Noch weiter gedacht...

Man darf sich ruhig noch weiter vom "Benzinbruder-Denken" entfernen: Wenn man den ausgezeichneten Wirkungsgrad eines EVs betrachtet, dann ist der ÖV nicht mehr automatisch die beste Wahl - zumindest nicht was Umweltargumente betrifft.

Wenn plötzlich Individualverkehr effizienter ist als jede mittelmässig genutze Straßen-/S-/Bahnstrecke (und beide beziehen die Energie aus der selben Stromleitung) dann ist Individualverkehr auch im städtischen Bereich sinnvoll wie z.B. Nachts od. am Wochenende. Ich vermute für den Dieselbus wird man sich wenn die EVs kommen auch eine Verschrottungsprämie einfallen lassen müssen...

genau, dann kauft sich deine oma einen tesla wenns der bus nimmer zum doktor bringt.
und den nachwuchs bringt man sowieso gern täglich in die schul, könnt ihm ja was passieren sonst.

Deutlicher gesagt:

Die Botschaft ist: Die Verkehrsbetriebe werden einige Anstrengungen unternehmen müssen um Akzeptanz und Kundenfrequenz zu gewinnen. Weil das Umweltargument dann nicht mehr zieht. Das EV wird sich auf jeden Fall besser darstellen als jede schlecht ausgelastete Linie. Dann gibt es vielleicht gar keinen Zug mehr nach Windischgarsten...

die öffis leben nicht vom umweltgedanken sondern sind eine basisinfrastruktur. die meisten leut im zug nach windischgarsten haben diese art der transportation gewählt weils aus diversen gründen nicht anders können, daran werden auch elektroautos nichts ändern.

Besser:

Meine Oma kauft MIR einen Tesla und ich bring sie damit ab und zu zum Doktor.

ich waer ja fuer britisches understatement

http://www.lightningcarcompany.co.uk/performance.php

ich moecht halt nach windischgarsten nicht zu vorgegebenen zeiten 5x am tag sondern halt dann wann ich will, da ich unter der woche sowieso schon immer termine vorgegeben hab.

wer wirklich sparen will sollte meiner meinung nach woanders anfangen, als bei der fahrleistung. ein sparsamer wagen zahlt sich viel mehr aus. auch bei versicherungen lässt sich heutzutage unglaublich viel einsparen. ich habe gerade erst meine versicherung gewechselt und spare jetzt jeden monat fast die hälfte dessen,was ich vorher gezahlt habe. bin jetzt wohlgemerkt bei der namenhaften allianz (http://www.allianz24.at) versichert.

Ich schick Ihnen dann meinen Zulassungsschein, ich nehme an alles weitere fuer meinen Versicherungswechsel koennen Sie fuer mich erledigen

Von der Nische zum Mainstream

Ich denke mal, daß alle (Politik, Konsument und Produzent) erkennen müssen, daß es einen Weg zum Ziel und nicht nur das Ziel selbst geben muß.
D.h. man muß einfach mal mit Nischenprodukten anfangen. Z.B. ein E-Auto für den Pizzalieferanten mit geringem Radius. Oder Günstige Mietautos für die letzte Meile, wenn man zum Großteil mit den Öffis unterwegs ist. Weiters haben wir natürlich Vorstellungen, wie ein Auto aussehen soll. Wenn dann ein E-Auto aussieht wie ein umgelegtes Dixi-Klo auf 4 Rädern ist das wohl klar, daß sowas kein Mensch kauft. So ein Ding soll schon irgendwie cool sein. Und etwas sportliches soll es auch geben, z.B. ein Smart-Roadster, aber zur Abwechslung mit einem richtigen Motor (mind. 80kW E-Motor).

im ersten halbjahr 2008 wollt ich mir so eine egurke zulegen. 50km reichweite und täglich in der garage aufladen wären kein problem gewesen. kaum platz für gebäck auch noch verkraftbar (da für transporte ein ölesel zur verfügung).

nur: hat sich irgendwer von the journalisten (auch die zB von ö1) schon mal die mühe gemacht anbote zu suchen?

die ganzen listen mit den ach so tollen egurken beinhalten modelle die nicht mehr angeboten werden, in USA,Canada oder UK zugelassen sind oder 1sitzer im eigenbau.

daran scheiterts.

Den neuen Tesla Model S will ich bitte gleich haben, bevor der "Hype" wieder einschläft...

http://www.autoblog.com/2009/03/2... ays-debut/

sieht recht nett aus

aber wozu braucht ein E-fahrzeug einen kühlergrill?

genauso lächerlich wie dieses sound-imitat im e-auto ich glaub von irmscher?? bin mir ned sicher.
ich bin schon ein fan von motorsound, und der ganzen benzin-sache.
aber wenn schon e-auto, dann richtig, mit der dortigen faszination von leise und stark. tja, wenn nur die akkus leichter wären ... wird aber auch noch kommen. ein zehntel gewicht, dann sinds konkurrenzfähig, und angeblich ist das ja in entwicklung.
ich mag auch keinen 75ps-civic der sich anhört (oder es zumindest lautstärkemäßig versucht) wie ein ferrari. das ist einfach lächerlich.

sehr schönes Auto, in Europa schon für 49.990 € zu haben, leider.

Noch gar nicht zu haben, aber wenn man die Preise fuer den Roadster vergleicht tipp ich eher auf knapp 60 kE :-(

ich bin der meinung, dass der öffentliche verkehr jetzt schon zu dünn ist. (abgesehen vielleicht von der bundeshauptstadt)

zu den schulanfangs- und endezeiten sind die strassenbahnen und busse so voll, dass man manchmal eine bis zwei abwarten muss, um einen platz zu bekommen. pünktlichkeit ist sowieso nur ein gerücht und wird nicht einmal dann praktiziert, wenn garkein verkehr auf der strasse ist. die fahrzeuge sind derart im dauereinsatz, dass der ausfall von einem kaputten fahrzeug kaum nachbesetzbar ist. und die taktung am wochenende ist ungeeignet, den individualverkehr zu ersetzen.

und dazu diesen "komfort" zu horrenden preisen.

elektrofahrzeug klingt wohl doch nicht so schlecht...

hybrid

für die autobahn sprit, für die restlichen 5 km elektro, und dazwischen solar nachladen, etc, aber es stimmt, benzinbrüder wollen mit dem achtzylinder röhrend ihren zweitwohnsitz in besitz nehmen.

Viele sehen Elektroautos wegen der geringen Reichweite als typisches Stadtfahrzeug. Das ist aber genau der verkehrte Ansatz. Da braucht man nämlich überhaupt kein Auto.


stimmt natuerlich nur wenn ihr horizont ueber wien nicht hinausreicht ...

LA?
Sao Paolo?
Cuidad de Mexico?

etc...


wann immer sich jemand mit solchen "wertabsoluten" statements ausm fenster haengt, sollte er vorher zumindest ein wenig nachgedacht haben ...

:-/

Magere Argumentation

Desto mehr Menschen auf kleinem Raum, desto eher kann/muss man auf ein eigenes Auto verzichten. Und diese Situation trifft generell eher auf Städte zu. Ausnahmen (LA ist nicht "auf kleinem Raum") bestätigen nur die Regel (Hong Kong, New York, Tokio, London, Paris etc etc etc)

sehr dünnes Argument

überhaupt nix zu unternehmen. Wien oder besser Österreich recht vorerst um neue Verkehrskonzepte mit neuen Verkehrsteilnehmern zu entwickeln und erproben.
"How killed the electric car?"

ja, und all diese städte haben ja auch keine verkehrsprobleme

so zb ist die luftqualität in mexico geradezu ausgezeichnet (habe noch keinen tag dort ausgehalten ohne am ende kopfschmerzen zu haben), auch stau gibt es praktisch nicht und autofahren ist sowieso traumhaft dort.


übrigens gibt es im d.f. sehr wohl ein gutes netz an öffentlichen verkehrsmitteln, es ist effizient und extrem günstig, nur viel zu klein dimensioniert für diese stadt.

Einfach googeln

unter "active wheel" der Fa. Michelin gibts nette Neuigkeiten.

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