"Licht und Schatten"

29. März 2009, 12:59
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Ruttensteiner sah verschlafene und enthusiastische Rumänen - Teamchef Piturca nach Niederlage gegen Serbien schwer unter Druck

Constanta/Velden - Rumänien steht vor dem Gastspiel am Mittwoch in Klagenfurt in der WM-Qualifikation ähnlich hoffnungslos mit dem Rücken zur Wand wie Österreich. Das 2:3 (0:2) am Samstagabend in Constanta gegen Serbien wurde nicht nur von Ausschreitungen mit sieben Festnahmen begleitet, sondern ließ auch Rumäniens Chancen auf eine WM-Teilnahme 2010 auf ein Minimum schrumpfen.

"Rumänien hat die erste Spielhälfte völlig verschlafen, danach haben sie enthusiastisch angegriffen", resümierte Willi Ruttensteiner, der die Partie gemeinsam mit Ernst Weber live vor Ort für den ÖFB unter die Lupe nahm. Wie Österreich weist auch Rumänien nach 4 Spielen nur 4 Punkte auf, für beide Teams würde also nur ein Sieg am Mittwoch die kleine Chance aufs Ticket nach Südafrika wirklich am Leben erhalten.

Die seit 2004 andauernde zweite Ära von Victor Piturca als rumänischer Teamchef könnte sich dem Ende zuneigen, der Coach gerät immer mehr unter Beschuss. "Über meine Position will ich jetzt nicht diskutieren. Wir konzentrieren uns auf das Spiel gegen Österreich, danach werden wir unsere Aussichten auf eine Qualifikation analysieren und mehr wissen", meinte Piturca nach der ersten Pleite Rumäniens in der am Schwarzen Meer gelegenen Stadt Constanta.

Rumäniens Medien wollten den Teamchef-Posten Piturcas am Sonntag hingegen sehr wohl zum Thema machen. "Wir sind aus dem Rennen, die Serben haben uns eine Lektion erteilt", urteilte die Sporttageszeitung "Gazeta Sporturilor". "ProSport" hoffte, dass Piturca nun endlich seinen Sessel räumt.

Laut "ProSport" ist es beschlossene Sache, dass Piturca im Falle einer Niederlage am Mittwoch in Österreich entlassen wird. Piturca hätte danach gemäß diesen Berichten auch keinen Anspruch auf eigentlich im Vertrag zugesicherte 600.000 Euro. "Das wird wieder eine WM vor dem Fernseher", ärgerte sich das Blatt "Cotidianul". Wie Österreich hat Rumänien zuletzt 1998 an einer WM teilgenommen.

Ruttensteiner und Weber sahen nach 18 Minuten das 1:0 für Serbien, nach einem Stangentreffer von Milos Krasic staubte Milan Jovanovic ab. Kurz vor der Pause passierte Dorel Stoica nach einem Corner ein Eigentor zum 0:2 (44.). Ciprian Marica ließ Rumäniens Hoffnungen mit einem gefühlvollen Heber wieder aufleben (50.).

Doch die effizienten Serben stellten durch einen akrobatischen Volley von Branislav Ivanovic auf 3:1 (59.). "Dieses Tor kam genau zur richtigen Zeit für die Serben, denn ansonsten hätte es noch einmal sehr eng werden können", berichtete Ruttensteiner, der danach noch das 2:3 Rumäniens durch Stoica nach Freistoß von Adrian Mutu sah (74.).

Bei Rumäniens Superstar Mutu hat Ruttensteiner "Licht und Schatten" gesehen. "Phasenweise hat man gesehen, was für eine Klasse er hat. Aber insgesamt war es keine Klasseleistung von ihm", so Ruttensteiner über den Fiorentina-Legionär, der sich mit seinen Kollegen gegen die von Nemanja Vidic hervorragend organisierte serbische Defensive sehr schwertat.

"Diese Niederlage der Rumänen ist sicher kein Nachteil für uns, schon alleine aufgrund des Selbstvertrauens", meinte ÖFB-Kapitän Emanuel Pogatetz am Sonntag im ÖFB-Teamcamp in Velden. Ebenfalls kein Nachteil ist die Tatsache, dass Florin Costea gegen Österreich gesperrt und Cosmin Contra (71 Länderspiele) aufgrund einer Verletzung fraglich ist. Kapitän Cristian Chivu fällt wie gegen Serbien verletzt aus. (APA)

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