Portugal vor dem Aus

29. März 2009, 17:22
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Nach Nullnummer Qualifikation nur noch schwer möglich - Niederlande, Spanien und Italien fast schon durch - Deutschland mit glanzlosem Sieg gegen Liechtenstein

Wien - Portugal  hat am Samstag in der WM-Qualifikation gegen Schweden mit einem 0:0 zwei wichtige Punkte liegenlassen. Die Portugiesen liegen in Gruppe 1 mit nur sechs Zählern aus fünf Spielen punktgleich vor den Schweden (ein Spiel weniger) nur auf Rang drei und haben nur noch geringe Chancen auf eine Teilnahme in Südafrika. Tabellenführer Dänemark, das sich beim 3:0 auf Malta keine Blöße gab, liegt schon vier Punkte voraus und hat dazu noch ein Spiel weniger ausgetragen.  Die zweitplatzierten Ungarn hielten mit einem 1:0 in Albanien punktemäßig  Schritt (10/5).

An der Ineffizienz der Portugiesen änderte auch der zuletzt angeschlagene Spielmacher Deco nichts, nachdem er in der 62. Minute ins Spiel gebracht worden war. Chancen zum dringend benötigten Sieg waren da, doch Schwedens Goalie Isaksson verhinderte mehrmals einen Treffer der Mannschaft des nun vermutlich weiter unter Druck geratenden Teamchefs Carlos Queiroz. Für Dänemarks Sieg war Soren Larsen mit zwei Treffern (12., 23.) hauptverantwortlich, Nordstrand fixierte den Endstand (89.).

Spanien marschiert

Portugals Nachbar Spanien geht es viel besser: der Europameister schlug die Türkei durch ein Tor von Pique in der 60. Minute 1:0 und steuert, in Gruppe 5 weiter ohne Punkteverlust, einer souveränen Qualifikation entgegen. 15 Zähler aus fünf Partien bedeuten einen komfortablen Vorsprung vor dem Überraschungszweiten Bosnien (neun Punkte nach 4:2 in Belgien) und den Türken (8). Der Sieg der Gastgeber war trotz des knappen Ausgangs eine recht deutliche Sache, gegen Ende der Partie lag bei einem Volley von Xabi Alonso das 2:0 in der luft, doch Goalie Demirel wehrte ab.  Die Spanier sind nunmehr seit 30 Spielen ohne Niederlage, bereits kommende Woche könnte der diesbezügliche Rekord, gehalten von Argentinien und Italien, egalisiert werden.

Boruc kickt Luft

In Gruppe 3 erhöhte Nordirland seine Chancen mit einem 3:2-Sieg in Belfast gegen Polen. Feeney hatte die Gastgeber im Windsor Park erstmals in Front gebracht (10.), nach Jelens Ausgleich (27.) ging es mit 1:1 in die Pause. Doch ein Tor durch Evans unmittelbar nach der Pause (47.) führte die Nordiren auf die Siegesstraße, Zewlakow sorgte mit einem Eigentor für die Entscheidung (61.). Keeper Artur Boruc hatte seinen Rückpass klären wollen und dabei spektakulär unter dem sich verspringenden Ball hindurchgekickt.  Der Anschlusstreffer durch Saganowski per Kopf kam viel zu spät (91.).

Während Hälfte eins musste die Partie unterbrochen werden, nachdem der schwedische Schiedsrichter-Assistent Stefan Wittberg am Kopf von einem aus der Menge geworfenen Gegenstand getroffen worden war. Schon vor der Partie war es in der Stadt zu Schlägerein der Fans untereindander und mit der Polizei gekommen. Die Nordiren müssen wohl mit Folgen rechnen, sportlich führen sie die Tabelle mit zehn Punkten aus sechs Spielen an. Polen hat aus fünf Partien sieben Punkte geholt, ist im dicht gedrängten Feld Fünfter. Zwischen Slowenien und Tschechien (beide 8 Punkte) gab es ein ereignisarmes 0:0.

Deutschland pflichtbewusst

Das deutsche Nationalteam feierte in Leipzig mit einem 4:0 (2:0) den geforderten Pflichtsieg gegen Liechtenstein. Die Truppe von Coach Joachim Löw führt die Tabelle der Gruppe 4 damit mit 13 Punkten weiter an, Russland liegt nach einem 2:0 in Moskau gegen Aserbaidschan bei einem Spiel weniger unverändert vier Punkte dahinter. Neuer Dritter ist mit sieben Zählern nach einem 2:0-Erfolg in Cardiff gegen Wales  Finnland.

Die Deutschen agierten glanzlos. Michael Ballack (4.), Marcell Jansen (9.), Bastian Schweinsteiger (48.) und Lukas Podolski (50.) trafen beim 25. Länderspiel-Sieg unter der Ägide Löws, bei zweien davon hätte der Schiedsrichter wegen Abseitsstellungen eingreifen müssen. Vor gut 43.000 Zuschauern bot Deutschland allerdings nur zu Beginn jeder Hälfte etwas Unterhaltung, dazwischen gab es viel Leerlauf. Nach den Niederlagen gegen England (1:2) und Norwegen (0:1)  in Vorbereitungsspielen merkte man dem Team eine gewisse Verunsicherung an.

Den Sieg der Russen sicherten Pawljutschenko durch einen Freistoß (32.) und Syrianow aus kurzer Distanz (71.). Die Gastgeber dominierten von Beginn weg, hatten aber beim Herausspielen von Chancen Probleme.  Für die Finnen scorte in Cardiff J. Johansson (43.) und Kuqi (91.) jeweils aus Kontern, Markus Heikkinen von Rapid spielte bei den Siegern durch.

Pirlo schupft

Debütant Giampaolo Pazzini sorgte  bei Italiens Gastspiel in Montenegro dafür, dass dem Weltmeister kein Zitterspiel zukam. Mit seinem Treffer in der 74. Minute stellte der in der zweiten Hälfte ins Spiel gekommene Sampdoria-Stürmer per Kopf den 2:0-Endstand her, nachdem Pirlo schon in der 11. Minute per frech geschupftem Elfmeter die Führung herbeigeführt hatte. Mit 13 Punkten aus fünf Spielen sind die souveränen Italiener nun alleiniger Spitzenreiter in Gruppe 8, da Irland daheim gegen Bulgarien nur ein 1:1 gelang.

Verteidiger Dunne hatte die Gastgeber in Dublin zwar schon nach 40 Sekunden in Führung gebracht, doch das ohne den verletzten Manchester-United-Angreifer Dimitar Berbatov angetretene Bulgarien dominierte den Rest der ersten Hälfte. Der Druck der Gäste resultierte schließlich in der 73. Minute in einem Eigentor von Kilbane. Die Truppe von Trainer Giovanni Trapattoni wurde nach dem Match ausgepfiffen, die Bulgaren kamen zum vierten Remis im vierten Spiel. Südafrika adé.

Oranje köpft

In Gruppe 9 stand nur die Partie Niederlande gegen Schottland auf dem Programm. Huntelaar (30.) und Van Persie (45.) jeweils per Kopf sowie Kuyt aus einem Elfmeter sorgten für einen komfortablen 3:0-Sieg der Gastgeber, die ihre Tickets schon fast sicher haben. Mit dem Punkte-Maximum von zwölf Zählern aus vier Spielen haben die Niederländer nicht weniger als acht Punkte Vorsprung auf die dahinter rangierenden Isländer und Schotten. (red/APA)

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    Auch Raul Meireles war ein Portugiese der gegen Schweden nicht traf.

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    In Belfast matchte man sich schon vor dem Spiel.

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