Bausparkasse Dunfermline vor dem Zusammenbruch

29. März 2009, 15:30
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Institut soll zerschlagen und gesunde Teile verkauft werden

London - Ein weiteres britisches Finanzinstitut steht wegen der weltweiten Krise vor dem Zusammenbruch. Schottlands größte Bausparkasse, die Dunfermline Building Society, sei in "ernsthaften Schwierigkeiten", sagte der britische Schottland-Minister Jim Murphy am Samstag. Eine "normale" Rettung durch die Regierung reiche nicht aus, da die Gefahr bestehe, dass die Bausparkasse die Schulden nicht bedienen könnte.

Das Institut soll nun möglicherweise zerschlagen und die gesunden Teile verkauft werden. Die Finanzaufsicht FSA sucht nach Medienberichten Käufer unter anderen Bausparkassen. Der britische Premierminister Gordon Brown versicherte den Sparern, dass ihr Geld sicher sei.

Die Dunfermline Building Society wurde im Jahr 1869 gegründet und hat rund 500 Mitarbeiter in 34 Filialen. Das Institut war vor allem wegen Risikoanlagen in den USA in Schwierigkeiten geraten. Es wird erwartet, dass das schottische Institut für das vergangene Jahr einen Verlust von rund 26 Millionen Pfund (28 Millionen Euro) vorlegen wird. 2007 machte Dunfermline noch einen Gewinn von zwei Millionen Pfund. Murphy betonte, die Bank sei einerseits wegen der globalen Finanzkrise, aber auch wegen "rücksichtsloser" Entscheidungen des vorherigen Managements ins Schlingern geraten. Offenbar sollen die "toxischen Anlagen" ausgegliedert und die profitablen Unternehmensteile verkauft werden.

In Großbritannien war im Zuge der Finanzkrise zuerst die Hypothekenbank Northern Rock zusammengebrochen und musste verstaatlicht werden. Die Bank Bradford and Bingley wurde in der Not zum Teil an die spanische Bank Santander verkauft. An der schottischen Großbank Royal Bank of Scotland sowie an der Bankengruppe Lloyds besitzt die Regierung mittlerweile auch einen Mehrheitsanteil. (APA)

 

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