Präsident verurteilt Bin Ladens Aufruf zum Kampf

28. März 2009, 17:04
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Ahmed betont "Hoffnung auf dauerhaften Frieden" in seinem kriegsgeplagten Land

Mogadischu - Somalias neuer Präsident Sheikh Sharif Ahmed hat einen Aufruf von Osama bin Laden verurteilt, die neue Regierung am Horn von Afrika zu stürzen. Der Chef des Terrornetzwerkes Al-Kaida forderte die Somalis vergangene Woche auf, sich gegen den erst im Jänner vom Übergangsparlament gewählten ersten islamischen Präsidenten des Landes und seine Regierung zu stellen.

Ahmed sei nur "ein Stellvertreter des Feindes", sagte Bin Laden in einer Audio-Botschaft mit dem Titel "Weiter machen, Somalias Kämpfer", die auf einschlägigen Internetseiten militanter Islamisten veröffentlicht wurde. Die somalische Bevölkerung solle sich nicht von dessen Ankündigung, die Scharia einzuführen, kaufen lassen. Ahmed ist der erste Islamist im somalischen Präsidentenamt und gilt als relativ gemäßigt, will aber mit den Radikalislamisten im Land verhandeln.

"Al-Kaida hat uns nicht die Religion beigebracht"

"Wir sind sehr enttäuscht über Osama Bin Ladens Aufruf zum Kampf, da wir bereits eine Regierung haben", sagte Ahmed am Samstag vor Journalisten. "Al-Kaida hat uns nicht die Religion beigebracht und hat nichts für uns. Wir haben jetzt eine Einheitsregierung und die Hoffnung auf dauerhaften Frieden."

Das ostafrikanische Land ist vom Bürgerkrieg zerrissen und seit 1991 ohne funktionierende Regierung. Mehr als eine Million Somalis wurden vertrieben. Allein in den vergangenen zwei Jahren kamen mindestens 16.000 Zivilisten bei den Kämpfen ums Leben. Westliche Geheimdienste befürchten, dass ein führerloses Somalia endgültig zum Rückzugsgebiet für Al-Kaida-Kämpfer werden könnte. Wegen zahlreicher Piraten-Angriffe vor der somalischen Küste haben die EU-Länder und andere Staaten Kriegsschiffe in die Region geschickt.

Die größte Herausforderung ist gegenwärtig die Al-Shabaab-Miliz, der enge Verbindungen zur Al-Kaida nachgesagt werden. Sie kontrolliert Landstriche in Süd- und Zentralsomalia und will eine strenge Version des islamischen Rechts durchsetzen und die "Besatzer" vertreiben. Die Friedensmission der Afrikanischen Union setzt sich aus Truppen aus Uganda und Burundi zusammen. Ahmed kündigte an, sie würde in der aktuellen Stärke bleiben, bis somalische Kräfte für Sicherheit sorgen könnten. (APA/Reuters)

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