Gewerkschaft will nichts von Verschiebung wissen

28. März 2009, 12:55
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IV-Generalsekretär Marcus Beyrer: "Verschieben wir die Lohnrunden" - Metaller-Chef Wimmer: "Nullansatz kann es keinen geben"

Wien - Die Gewerkschaft erteilt dem Wunsch von Industriellenvereinigung-Generalsekretär Markus Beyrer nach einer Verschiebung der Frühjahrs-Lohnrunden eine deutliche Absage: "Es wird keine Verschiebung geben", stellt GPA-Chefverhandler Karl Proyer klar. Auch Metaller-Chef Rainer Wimmer lehnte eine Verlegung der Verhandlungen ins vierte Quartal eindeutig ab. Für eine Verschiebung der Lohnrunde gebe es keine Anlass. Gehaltsverhandlungen stehen aktuell in der Elektro-, Papier- und Chemieindustrie an.

Proyer betonte zwar, keine Drohung in den Raum stellen zu wollen, warnte die Arbeitgeber jedoch. Wenn die Dienstgeber-Seite die Wünsche der Industriellenvereinigung verfolge, werde "sicher mit Widerstand der Gewerkschaftsbewegung zu rechnen sein". Position der GPA sei, dass es wie immer am Verhandlungstisch mit der Arbeitgeber-Seite "ordentliche Verhandlungen" geben werde. Was Beyrer sage, habe keine Bedeutung, sitze dieser doch nicht einmal am Verhandlungstisch: "Seine Meldung interessiert uns nicht."

Keine Nulllohnrunde

Wimmer betonte, dass man sich auch in schwierigen Zeiten Herausforderungen stellen müsse. Eine Verschiebung der Lohnverhandlungen komme daher nicht in Frage. Auch Überlegungen bezüglich einer Null-Lohnrunde erteilte der Metaller-Chef eine Absage: "Einen Nullansatz kann es nicht geben." Dies gelte umso mehr, als der Staat mit Konjunkturprogrammen und Steuerreform die Kaufkraft ankurble. Da werde die Gewerkschaft mit einem Lohnverzicht sicher nicht dagegen arbeiten.

Auch Proyer unterstrich, dass die Gewerkschaft sicher nicht die Steuerentlastung konterkarieren werde: "Wir lassen das Wirtschaftspflänzchen nicht durch Wünsche der Industriellenvereinigung ruinieren." In der IV funktioniere es ohnehin immer so: In guten Zeiten solle es keine guten Abschlüsse geben, weil man für die Krise sparen müsse und in der Krise müsse man dann Lohn und Gehalt gar noch kürzen.

IV will Lohnrunden verschieben

Angesichts der dramatischen Auftragseinbrüche in der Industrie hatte IV-Generalsekretär Marcus Beyrer in der ZiB1 am Freitag vorgeschlagen, die derzeit laufenden Lohnverhandlungen in der Elektro-Papier und Chemieindustrie zu verschieben. "Wir sagen, verschieben wir die Lohnrunden, um uns nicht in Hahnenkämpfen zu ergeben, aufs vierte Quartal und bewerten wir die Situation dann neu", sagte Beyrer. (APA/red)

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