Gewerkschaft lehnt Lohnverzicht bei Magna ab

27. März 2009, 18:56
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Graz - Die steirische Unternehmervertretung zeigt sich angetan von den Magna-Plänen (derStandard.at hat berichtet), mit Gehaltskürzungen der Krise gegenzusteuern. Der Chef der Industriellenvereinigung, Jochen Pildner-Steinburg, sagte am Freitag, die gegenwärtig außergewöhnliche ökonomische Situation verlange auch außergewöhnliche Maßnahmen.

Lohnverzicht sei durchaus ein brauchbares Mittel, um Arbeitsplätze zu retten, wie Beispiele in Schweden und Dänemark zeigten. Ähnlich argumentierte der Präsident der Wirtschaftskammer, Peter Mühlbacher. Er warnte zudem, die Gewerkschaft solle keine Jobgarantien verlangen, für die Zeit danach, wenn die Konjunktur wieder anziehe. Mühlbacher wie auch Pildner-Steinburg rechnen damit, dass das "Beispiel Magna" Schule machen werde und weitere Betriebe mit Lohnverzichtsplänen folgen werden.

Genau einen derartigen Dominoeffekt befürchten die Arbeitnehmervertreter. Der steirische Christdemokrat Franz Gosch sprach von "Skandal". ÖGB-Chef Horst Schachner sah im Gespräch mit dem STANDARD die Problematik etwas differenzierter. Lohnverzichte könnten "nie eine gute Lösung sein". Schachner: "Die Kaufkraft wird minimiert, was sich wieder sehr negativ auf die Konjunktur auswirkt. Es ist eine Wahl zwischen Pest und Cholera. Das Schlimmste ist natürlich der Verlust des Arbeitsplatzes." Wenn Kündigungen vermieden werden können, sei ein Lohnverzicht aber "eine Variante". Die Entscheidung liege ausschließlich bei den Betriebsräten vor Ort, die die Situation am besten einschätzen könnten. Schachner: "Wir als ÖGB werden hier keinerlei Vorgaben machen." (Walter Müller, DER STANDARD, Printausgabe, 28./29.3.2009)

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