Oberstaatsanwaltschaft schwächt ab

27. März 2009, 17:49
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Untersuchung gegen Frau und Sohn von F. gefordert

Wien/Duisburg - Nachdem ein Duisburger Rechtsanwalt im Inzestfall von Amstetten bei der österreichischen Oberstaatsanwaltschaft (OStA) Strafanzeige gegen die Ehefrau und den ältesten Sohn des zu lebenslanger Haft verurteilten Josef F. erstattet hatte, schwächt man jetzt vonseiten der Behörden ab. "Die Anzeige enthält nicht mehr Informationen als jene, die wir bereits hatten", stellte der Leiter der Oberstaatsanwaltschaft Wien, Werner Pleischl, am Freitag klar.

Die Staatsanwaltschaft St. Pölten werde die Anzeige des deutschen Advokaten "behandeln wie jede andere auch". Grundsätzlich habe "jedermann das Recht, jeden anzuzeigen", so Pleischl. Bereits nach dem ersten Bekanntwerden des Falles im Frühjahr 2008 wurde die Rolle von F.s Ehefrau heftig diskutiert. Die Frau behauptete stets, nichts von den Vorgängen im Keller mitbekommen zu haben. Dies will der deutsche Rechtsanwalt nicht glauben. Auch vonseiten der Staatsanwaltschaft St. Pölten wurde wiederholt erklärt, umfassende Ermittlungen hätten keine Anhaltspunkte auf mögliche Mitwisser im Inzestfall von Amstetten ergeben. 140 Zeugen aus der Nachbarschaft und dem Bekannten- und Verwandtenkreis der betroffenen Familie waren dazu im gerichtlichen Vorverfahren als Zeugen einvernommen worden.

Josef F. (74) wurde am 19. März am Landesgericht St. Pölten zu lebenslanger Haft und Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher verurteilt. 24 Jahre lang hatte F. seine Tochter in einem Verlies in Amstetten eingesperrt und mit ihr insgesamt sieben Kinder gezeugt. (mro)

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