Berlin steigt bei Hypo Real Estate ein

29. März 2009, 17:21
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Staat übernimmt in einem ersten Schritt 8,7 Prozent für 60 Millionen Euro

Berlin - Der deutsche Staat steigt bei der mit Milliardenverlusten kämpfenden Münchner Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) ein und steuert auf eine Übernahme zu. Im ersten Schritt sichert sich der Staat für 60 Millionen Euro 8,7 Prozent der HRE-Aktien, teilte das Kreditinstitut mit.
Voraussetzung für den Einsatz weiterer Steuergelder sei es, dass der Bund die "vollständige Kontrolle" über die Bank erreiche. Dafür beabsichtigt Berlin alle Optionen auszuschöpfen - auch das neue Banken-Enteignungsgesetz. Dieses sieht zur Rettung als letztes Mittel eine Enteignung von Aktionären vor.

Bei dem ehemaligen Dax-Konzern, der durch Liquiditätsengpässe der irischen Tochter Depfa Bank in Schieflage geraten war und nur mit Hilfen über 100 Milliarden Euro am Leben gehalten wird, würde eine Zwangsenteignung vor allem US-Investor J. C. Flowers treffen. Er hält mit nahestehenden Investoren knapp ein Viertel der HRE-Anteile und hat den ursprünglichen Einsatz verloren. Flowers an Bord hofft auf Besserung nach dem Staatseinstieg.

Der deutsche Wirtschaftsforscher Hans-Werner Sinn hat indes sich für eine Beteiligung des Staates an Krisenbanken ausgesprochen. "Da das Eigenkapital nach Lage der Dinge wohl nur vom Staat kommen kann, gibt es keine Alternative zur Teilverstaatlichung", schreibt Sinn in der Wirtschaftswoche. (Reuters, red, DER STANDARD, Printausgabe, 30.3.2009)

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    Grünes Licht für den Staatseinstieg bei der angeschlagenen Hypo Real Estate.

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