Pathologen mit neuem Wissen

27. März 2009, 17:10
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Maßgeschneiderte Therapie für jeden individuellen Patienten ist Ziel

Innsbruck - Die "maßgeschneiderte, zielgerichtete Therapie für jeden individuellen Patienten" ist ein Ziel, das die Pathologie allgemein und besonders im Krebsbereich zukünftige anstrebt. Das haben mehrere Mitglieder der Österreichischen Gesellschaft für Pathologie (ÖGP) anlässlich ihrer Tagung in Innsbruck mitgeteilt. Aus diesem Anlass wurden neue Erkenntnisse bei der Diagnose und den Therapiemöglichkeiten besprochen und der Öffentlichkeit vorgestellt.

"Die Pathologie hat mit der Diagnostik am Lebenden zu tun und ist mit einer maßgeschneiderten Therapie am Wohlbefinden und Gesunden des Patienten interessiert", führte Univ.-Prof. Helmut Popper, ÖGP-Präsident, aus. Mit Gewebs- und Zellanalysen oder modernen molekular-pathologischen Verfahren lieferten die "Gesundheitswächter" wesentliche Erkenntnisse für Vorsorge, Diagnose und Therapie von Erkrankungen, vor allem Krebs.

Maßgeschneiderte Therapien

Beispielsweise sei die Therapie bei Dickdarm-, Lungen-, Brustkrebs und Leukämie inzwischen maßgeschneidert und auf den Patienten sehr fein abgestimmt - aber nicht jeder profitiere davon. Mittels molekularen Marker bei tumorspezifischen Botenstoffen könne die Molekularpathologie jene Patienten bereits im Voraus bestimmen.

Dass damit Therapien aus finanziellen Gründen mitunter ökonomischer werden, zeigte auch Felix Offner vom Universitären Lehrkrankenhaus Feldkirch auf: "Bei Dickdarmkrebs ist der Einsatz von monoklonaler Antikörper als 'clevere Moleküle' ein medizinischer Durchbruch." Dabei binden sich die Moleküle an einen speziellen Rezeptor, wonach der Tumorzelle Wachstumsfaktoren entzogen und die Vergrößerung gehemmt wird. Im Gegensatz zu einem Chemotherapieverfahren verursache diese Therapie nur selten problematische Nebenwirkungen, fügte er hinzu.

Prävention

Eine tragende Rolle hinsichtlich Früherkennung und Therapie spiele die Arbeit der Pathologen auch beim Mammakarzinom sowie bei den männlichen Krebsarten, wie Prostata-, Hoden- und Blasenkrebs. Bei Prostatakrebs haben beispielsweise durch eine neue entwickelte Biopsie-Methode in Innsbruck sieben Prozent mehr Karzinome entdeckt und drei Prozent weniger unsichere Diagnosen gestellt werden können.

"Pathologie ist die Wissenschaft hinter dem Heilverfahren.", wurde abschließend kommuniziert. Die Österreichischen Gesellschaft für Pathologie tagt noch bis Samstag in Innsbruck. Rund 120 der insgesamt 250 österreichweiten Spezialisten waren der Einladung nach Tirol gefolgt. (APA)

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