Ernst Strasser in der "ZiB 2"

27. März 2009, 17:06
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Wir wünschten, Armin Wolf könnte per Knopfdruck an dreisten Antwortstellen schallendes Gelächter als Off-Kommentar herbeizaubern

Keine Ahnung, ob solche Auftritte die EU-Wähler beeindrucken. Vom Standpunkt der TV-Seher aus ist die Rückkehr des einstigen Innenministers Ernst Strasser eine gute, weil erheiternde Sache. Es herrscht zwar hierzulande ohnedies kein Mangel an markanten Polittypen, die einen unterhalten, wenn sie auch kaum informativen Mehrwert zu bieten haben.

Aber der Ex-Minister, der nie wieder als Politiker auftauchen wollte, füllt durchaus eine TV-Marktlücke. In der "ZiB 2" war sie wieder da, diese skulpturhafte Aura, die man steif nennen könnte. Natürlich auch die individuelle Sprache, die man als ungelenk bezeichnen könnte. Und es fehlte auch nicht Strassers energische verbale Gegenwehr, sobald heikle Themen zur Sprache kamen. Was man als Versuch, Unangenehmes hinter Gedächtnislücken zu verstecken, deuten könnte.

Auf der anderen Seite dieses edle Pathos: "Die Welt wird neu geordnet, und ich will dazu meinen Beitrag leisten!" - „Was Österreicher fühlen, muss auf den Tisch in Brüssel!" - "Ich will zuhören, was die Menschen sagen!" - "Ich will die Sorgen der Bürger kennenlernen!" Wir werden sehen.

Bis dahin bewundern wir Armin Wolf. Während wir lachten, musste er objektive Haltung bewahren. Wir wünschten, er könnte per Knopfdruck an dreisten Antwortstellen schallendes Gelächter als Off-Kommentar herbeizaubern. Zumindest. (Ljubiša Tošic, DER STANDARD; Printausgabe, 28./29.3.2009)

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