Akademie: Sünkel verzichtet auf Nominierung

27. März 2009, 16:02
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Rektor der TU Graz will in Graz bleiben - schwierige budgetäre Situation war mitentscheidend

Wien - Der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) ist der Kandidat für das Amt des Präsidenten abhanden gekommen. Der Rektor der Technischen Universität (TU) Graz, Hans Sünkel (60), hat sich entschieden, auf seine Nominierung für die Position des Akademie-Präsidenten, eines der höchsten Ämter in der österreichischen Forschungsszene, zu verzichten. "Ich werde der TU Graz die Treue halten", sagte Sünkel am Freitag. Sünkel war von einer von der ÖAW eingesetzten Findungskommission vorgeschlagen worden, nachdem der amtierende Akademie-Präsident Peter Schuster nicht mehr kandidieren will.

Begründung

"So ein Angebot bekommt man nur einmal im Leben, aber es hat einige Gründe gegeben, in Graz zu bleiben", sagte Sünkel. So sei es "nicht meine Art, eine Sache auf halben Weg liegen zu lassen", betonte der seit 2003 amtierende TU-Rektor unter Hinweis, dass er sich in der Halbzeit seiner zweiten Amtsperiode als Chef der TU Graz befinde. Zudem habe er unter den derzeitigen wirtschaftlich schwierigen Bedingungen nicht mit gutem Gewissen die TU verlassen können.

Und außerdem sehe er nach Beendigung seiner Funktionsperiode als Rektor ein "sehr attraktives wissenschaftliches Betätigungsfeld" vor sich, sagte der Professor für Geophysik unter Hinweis auf den vor kurzem gestarteten Klima-Satelliten GOCE, an dessen Datenauswertung die TU Graz beteiligt ist.

Budgetäre Gedanken

Sünkel leugnet aber nicht, dass auch die sich abzeichnende schwierige budgetäre Situation mit ein Grund für seine Entscheidung war. "Ich habe von Anfang an mitgeteilt, dass ich zum Gestalten komme, aber nicht zum Verwalten. Aber so, wie sich die budgetäre Situation aus derzeitiger Sicht darstellt, ist Gestalten nur mit größter Einschränkung möglich", sagte Sünkel. Noch gebe es kein Budget für die ÖAW, sondern nur vorsichtige Andeutungen und die seien "nicht berauschend".

Kandidatensuche

Für die ÖAW bedeutet das nun, bis zu der für 24. April angesetzten Wahl einen neuen Kandidaten zu suchen. Fraglich ist dabei, ob ein neuer Präsidentschaftskandidat auch neue Vorschläge für die Position des Vizepräsidenten und des Generalsekretärs notwendig macht. Seitens der Findungskommission war zuverlässigen Quellen zufolge als Vizepräsidentin die Archäologin Sigrid Jalkotzy-Deger vorgesehen, als Generalsekretär der Historiker Arnold Suppan.

Sünkel wünscht sich jedenfalls für die ÖAW "ein starkes Präsidium, mit Personen, die wirklich an einem Strang ziehen und die ÖAW auf eine zukunftsorientierte Basis stellen". (APA)

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