Praktiker erwartet schrumpfendes Geschäft

27. März 2009, 15:24
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Expansionskurs wird eingebremst

Frankfurt - Die deutsche Baumarktkette Praktiker richtet sich auf weiter schrumpfende Geschäfte ein und bremst ihren Expansionskurs. Angesichts der Wirtschaftskrise erwarte das Unternehmen eine deutliche Geschäftsabschwächung im In- und Ausland, sagte Vorstandschef Wolfgang Werner am Freitag bei der Bilanzvorlage in Frankfurt.

Zu Jahresbeginn lief das Geschäft bei Praktiker nur schleppend. "Das Jahr 2009 ist bisher von Kaufzurückhaltung geprägt, sowohl in Deutschland als auch in den internationalen Märkten", sagte Werner. Eine genaue Prognose zu Umsatz und Ergebnis im laufenden Jahr sei nicht möglich. Operativ erwarte er allerdings "eindeutig" schwarze Zahlen.

Praktiker hat sich dazu einen strikten Sparkurs verordnet. "Höchst Priorität hat dabei die Sicherung des Ergebnisses und der Liquidität", sagte Werner. Finanzchef Thomas Ghabel kündigte an, einen zweistelligen Millionenbetrag einzusparen. Das Unternehmen hat Anfang März hatte als erster Einzelhändler Kurzarbeit angemeldet. "Das hat unseren Personaletat im März um rund eine halbe Million Euro entlastet", sagte Werner.

Aktie legt kräftig zu

Die Praktiker-Aktie zählte mit einem Plus von sechs Prozent zu den größten Gewinnern im Nebenwerteindex MDax. Das Papier hat in den vergangenen Monaten allerdings deutlich verloren.

Der Vorstandschef kündigte eine Überprüfung der Investitionspläne im In- und Ausland an. "Das bedeutet, das wir in unserer Internationalisierung eine Atempause einlegen." In Ost- und Südosteuropa, wo Praktiker bisher stark gewachsen war, soll 2009 "nicht mehr als eine Handvoll" neuer Standorte eröffnet werden. In den vergangenen Jahren hatte der Konzern noch jeweils ein gutes Dutzend neuer Märkte im Ausland eröffnet. Dort erwirtschaftet Praktiker rund ein Drittel seiner Umsätze und zwei Drittel seines operativen Gewinns (Ebita).

Der Konzernumsatz war im vergangenen Jahr rund ein Prozent auf 3,9 Mrd. Euro zurückgegangen. Der Überschuss brach trotz eines gestiegenen Betriebsgewinns um mehr als zwei Drittel auf 7 Mio. Euro ein. Praktiker hatte dies zu Monatsbeginn unter anderem mit dem starken Kursverfall osteuropäischer Währungen begründet, weshalb sich dortige Gewinne nicht in Euro ummünzen ließen. (APA/Reuters)

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