Google gefällt sich in der Rolle des IPv6-Vorreiters

27. März 2009, 15:05
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Die meisten Google-Services sind bereits über den neuen Standard erreichbar - bereits 150.000 User sollen Seite über IPv6 nutzen

Google hat einen Großteil seiner Services nun für den Zugriff über den neuen Standard IPv6 bereit gestellt. Bereits seit März 2008 ist die Suchmachine über IPv6 erreichbar, mittlerweile ist man bei Google Maps angekommen, wie das Unternehmen laut Cnet nun bekannt gegeben.

340 Sextillionen

Der neue Standard ist notwendig, da die Zahl der möglichen IP-Adressen mit IPv4 langsam aber sicher an seine Grenzen stößt - genaugenommen wird bereits für 2011 erwartet, dass keine neuen IPv4-Adressen mehr vergeben werden können. Neben Computern verfügen auch zunehmend andere Geräte wie etwa aus dem Bereich Unterhaltungselektronik über eigene IP-Adressen für den Internet-Zugang. Insgesamt sind etwa 4,3 Milliarden IPv4-Adressen möglich. IPv4-Adressen sind 32 Bit lang. Der neue Standard hingegen ermöglicht 120-bit-Adressen, was eine Zahl von über 340 Sextillionen IP-Adressen erlaubt.

Internet wird dezentralisiert

Der neue Standard ebnet laut Google den Weg für vollkommen neue Anwendungen. Wie diese aussehen könnten, weiß man heute noch nicht. In den 1980er Jahren habe man schließlich auch nicht gewusst, dass es einmal das Web geben werde, vergleicht es IPv6-Entwickler Lorenzo Colitti von Google. Das IPv6-Internet der Zukunft wird nach Googles Vorstellung jedenfalls dezentralisiert und weniger hierarchisch sein. Geräte sollen sich über das Internet mit jedem anderen Gerät direkt, ohne einen dazwischen geschalteten Server verbinden können. Laut dem Suchmaschinengiganten werde es in Zukunft also weniger Vermittlungsstellen im Internet geben, was dem Unternehmen wettbewerbstechnisch gerade recht kommen dürfte.

Nachteile

Den neuen Möglichkeiten stünden jedoch hohe Kosten gegenüber. Die Geräte werden sehr teuer sein, meinen Entwickler. Die Adaptierung sei kompliziert und betreffe nicht nur Webseiten, sondern unter anderem auch Betriebssysteme, Server-Software, Mangement-Tools, Set-Top-Boxen und Netzwerk-Hardware. Zudem sei IPv6 nicht abwärtskompatibel, was eigene Domains erforderlich macht, die über das IPv4-Internet nicht erreichbar sind.

150.000 IPv6-User für Google

Unternehmen sollten laut Colitti daher zunächst mit kleinen IPv6-Projekten starten, bevor die IPv4-Adressen in wenigen Jahren tatsächlich knapp werden. Nach eigenen Angaben nutzen bislang etwa 150.000 User Googles Suchmaschine über IPv6. (red)

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Google over IPv6

  • Die meisten Anwendungen von Google sind nun über IPv6 erreichbar
    grafik: google

    Die meisten Anwendungen von Google sind nun über IPv6 erreichbar

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