Twitter wird Marketingzentrale der Superstars

28. März 2009, 15:07
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"Ghostwriter" halten Fans im Namen der Promis am Laufenden

Der Micro-Blogging-Dienst Twitter  wird von prominenten US-Superstars aus dem Film-, Musik- und Sport-Business zunehmend als Marketingzentrale eingesetzt. Um den direkten Kontakt zur eigenen Fan-Community zu suchen und ihnen einen möglichst intimen Einblick in das eigene Leben und die persönliche Gedankenwelt zu gewähren, setzen sich aber nicht alle Celebritys selbst an den Computer. Wie die New York Times berichtet, beschäftigt mittlerweile eine zunehmende Zahl von Prominenten eigene "Ghostwriter", die die Fans im Namen des jeweiligen Stars auf dem Online-Portal über die aktuellsten Ereignisse auf dem Laufenden halten. Jüngstes Beispiel hierfür ist etwa der US-Rapper 50 Cent, dessen Twitter-Postings im Durchschnitt von 200.000 Nutzern verfolgt werden. "Er verwendet die Seite eigentlich gar nicht, aber die Energie der Message kommt direkt von ihm", so Chris Romeo, der für den Musik-Superstar regelmäßig neue Botschaften auf der Online-Plattform veröffentlicht.

Authentizität

"Twitter ist der optimale Kanal für prominente Persönlichkeiten, um in einen direkten Kontakt mit ihren Fans zu treten", stellt Markus Hübner, Geschäftsführer der Brand Management Agentur Brandflow, im Gespräch mit pressetext fest.

"Das enorme kommunikative Potenzial, das Twitter bietet, hat sich schon im Laufe des Wahlkampfs von Barack Obama gezeigt. Der amtierende US-Präsident hat es durch konsequente Arbeit im Web geschafft, eine breite Unterstützung in der Bevölkerung für seine Ziele und Anliegen aufzubauen", erläutert Hübner. Genauso wie in der Politik lasse sich die Online-Plattform auch von Stars aus der Entertainment-Industrie sinnvoll für eigene Zwecke nutzen. "Das Personality-Branding der Top-Stars ist in der Regel sehr genau durchdacht. Mithilfe von Twitter haben sie die Möglichkeit, ihr Marketing und Image wesentlich gezielter zu steuern", meint der Brand-Management-Experte. Der Einsatz von "Ghostwritern" sei in diesem Zusammenhang aber nicht ganz unproblematisch. "Für den letztendlichen Erfolg des Twitter-Engagements eines Promis ist Authentizität ein wesentliches Kriterium. Hier wird sich die Spreu vom Weizen trennen. Die Fans erwarten sich, dass sich ihre Idole selbst die Zeit dafür nehmen, eine kurze Botschaft oder Neuigkeit einzutippen", so Hübner abschließend. (pte)

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