Leichtathlet Pröll trennt sich von Matschiner

27. März 2009, 14:56
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Hindernisläufer: Bisher "kein Grund ihm nicht zu glauben" - Mehrere Sportler aus dem Umfeld des Managers kamen in den letzten Jahren ins Gerede

Wien - Leichtathlet Martin Pröll hat am Freitag mit sofortiger Wirkung seine Zusammenarbeit mit Sportmanager Stefan Matschiner beendet. "Mir ist es wichtig, mich vom Thema Doping zu distanzieren. Ich habe und hatte nichts damit am Hut", erklärte der 28-jährige Hindernisläufer in einer Presseaussendung.

Pröll war der einzige österreichische Leichtathlet, der derzeit bei Matschiner unter Vertrag stand. Noch im Oktober des Vorjahres warenneben Pröll unter anderen auch Clemens Zeller, Gerhard Mayer oder Daniel Spitzl Klienten des von Lisa Hütthaler als Doping-Hintermann beschuldigten Matschiner.

"Ich bin immer zu Stefan gestanden, weil es keine Beweise gegen ihn gegeben hat", sagte Pröll nun. "Er hat mir nie etwas angeboten und hätte auch keine Chance bei mir gehabt. Die jetzigen Aussagen sind für mich aber der Anlass, die Zusammenarbeit zu beenden. Wir hatten ein freundschaftliches Verhältnis und haben auch über die Anschuldigungen gesprochen, die es in den Medien gegen ihn gegeben hat. Ich sah jedoch keinen Grund, ihm nicht zu glauben. Umso mehr bin ich jetzt enttäuscht", so Pröll.

Matschiner, einst Mittelstrecken- und Cross-Läufer, hatte bekannte Sportler unter Vertrag. Einige Athleten seiner Agentur "International Sports Agency" nennt man nunmehr jedoch Dopingfälle. Im Juli des Vorjahres war bekannt geworden, dass 3.000-m-Hindernis-Europarekordler Simon Vroemen eine positive Probe auf das anabole Steroidhormon Metandienon abgeliefert hatte. Er muss sich zudem wegen einer unrechtmäßigen Infusion während der EM 2006 in Göteborg verantworten. Vroemen führte den positiven Test auf "Rindfleisch, das ich in Ägypten gegessen habe" zurück.

Rasmussen-Berater, Mayer-Freund

Matschiner war auch Berater des dänischen Radstars Michael Rasmussen, der während der Tour de France 2007 als sicher scheinender Gesamtsieger aus dem Rennen genommen und mittlerweile wegen Verstoßes gegen die Dopingkontrollrichtlinien zwei Jahre gesperrt worden ist.

Der Name Matschiner tauchte aber auch im Rahmen des Doping-Skandals während der Olympischen Spiele 2006 in Turin auf. Es gab gegen den 33-Jährigen keine Verdachtsmomente, aber eine schiefe Optik, weil er damals bei seinem Freund Walter Mayer in Turin war. Matschiner arbeitete auch mit Manfred Kiesl, dem Ehemann von Theresia Kiesl, Olympiadritte 1996 in Atlanta über 1.500 m, zusammen. In Kiesls Wohnhaus waren 1997 Dopingmittel im Kühlschrank beschlagnahmt worden.

Matschiner hat stets bestritten, in Dopingmachenschaften verwickelt zu sein. Allerdings dürfte sehr wahrscheinlich sein, dass sich der 33-Jährige, der am Freitag nicht erreichbar war, längst im Visier der Anklagebehörde befindet. (APA)

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