Dresdner-Vorstände kassierten Millionen

27. März 2009, 12:38
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Die Spitzenmanager verdienten 2008 trotz Rekordverlusts der Bank 58 Millionen Euro

Frankfurt  - Die Spitzenmanager der Dresdner Bank haben 2008 trotz Milliardenverlusten weit mehr verdient als jeder andere Bankvorstand in Deutschland. Laut Geschäftsbericht des mittlerweile zur Commerzbank gehörenden Instituts kassierten die zeitweise neun Vorstände gut 58 Mio. Euro und damit mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Größter Posten waren Abfindungen von mehr als 24 Mio. Euro - keiner der Dresdner-Vorstände wird nach der Integration des Instituts in die Commerzbank weiterbeschäftigt.

Zum Vergleich: Die Vorstände der Commerzbank verdienten im vergangenen Jahr 4,3 Mio. Euro, die der Deutschen Bank 4,5 Mio. Euro. Weltweit ist eine hitzige Debatte über Bonuszahlungen an Banker entbrannt, die für Milliardenverluste verantwortlich sind. In den USA wird gar über eine Strafsteuer nachgedacht, um die Gelder bei staatlich gestützten Instituten wieder zurückzuholen.

Langlaufende Verträge

Finanzkreisen zufolge hatten die Spitzenmanager der Dresdner Bank teils noch langlaufende Verträge, die vorzeitig aufgelöst wurden. Der Leiter der für Milliardenabschreibungen verantwortlichen Investmentbank Dresdner Kleinwort, Stefan Jentzsch, soll demnach mit acht Mio. Euro die höchste Abfindungssumme eingestrichen haben. Vorstandschef Herbert Walter habe weniger als die Hälfte bekommen, sagte ein Insider. Die Bank und die damalige Mutter Allianz äußerten sich nicht zu den Einzelsummen. Im vergangenen Jahr fuhr das Geldhaus wegen massiver Abschreibungen im Investmentbanking einen Verlust nach Steuern von mehr als 6 Mrd. Euro ein - mehr als jede andere deutsche Bank 2008 verkraften musste.

Fast 13 Mio. Euro der Bezüge entfallen dem Bericht zufolge auf "kurzfristig fällige Leistungen", was unter anderem Festgehalt und Boni umfasst. Einige Vorstände hatten anders als Walter trotz der höchsten Verluste in der Geschichte der Bank nicht auf ihren Bonus verzichtet. Weitere 19 Mio. Euro sind aktienbasierte Vergütungen.

Anders als bei der neuen Tochter sind die Vorstandsgehälter bei der Mutter Commerzbank 2008 wegen der Milliardenhilfen des Staates und der Finanzkrise um zwei Drittel abgeschmolzen. Eine Auflage des Banken-Rettungsfonds SoFFin ist, dass die Bezüge von Bankchef Martin Blessing und seiner Kollegen auf 500.000 Euro pro Jahr begrenzt werden. Dank Boni verdiente Blessing 2007 noch mehr als das Dreifache.

"Aufgrund der Ertragslage der Bank entfällt die variable Vergütung für die Vorstandsmitglieder für das Jahr 2008", heißt es in dem Geschäftsbericht des Instituts. Das Institut schrieb einen operativen Verlust von 378 Mio. Euro. Blessing strich wegen der Krise sämtliche Boni für die Belegschaft und die Vorstände zusammen. Einige Investmentbanker der Dresdner Bank wollen Medienberichten zufolge gerichtlich dagegen vorgehen. Die Allianz hatte den Dresdner-Bankern noch einen Bonus-Topf von 400 Mio. Euro zugesagt. (APA/Reuters)

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