
Premier Silvio Berlusconi bei der Gründung der neuen Rechtspartei "Volk der Freiheit" . Das Huldigungsfest kostete drei Millionen Euro und war perfekt inszeniert.

Immer dort, wo die Musik spielt: Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi überlässt seine Inszenierung nicht dem Zufall. Er legt selbst Hand an, um seine Landsleute bei Laune zu halten.
Mit einem Monsterspektakel gründet Premierminister Silvio Berlusconi in Rom seine neue Rechtspartei "Volk der Freiheit" . Der 73-Jährige ist damit ein Stück näher an die Alleinherrschaft über Italien gerückt.
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Zu einer Mega-Show gestaltete sich am Freitagabend in Rom der Gründungsparteitag der von Premier Silvio Berlusconi gegründeten Sammlungsbewegung Popolo della Libertà. Der Cavaliere, der die Veranstaltung mit einer emotionalen Rede eröffnete, wurde von den 6000 Delegierten mit begeistertem Applaus begrüßt. "Wir sind am Ziel unserer Wünsche und haben einen Traum wahr gemacht. Wir sind eine große Volkspartei und liegen zur Zeit bei 43 Prozent. Doch unser Ziel ist eine Mehrheit von 51 Prozent" , erklärte der 73-Jährige unter dem Jubel seiner Anhänger.
"Während die Linke nach wie vor den Staat verherrlicht, ist unsere Religion die Freiheit in allen ihren Erscheinungsformen" , sagte Berlusconi, der den "Lügen und Hasskampagnen der Linken" einen wesentlichen Teil seiner Rede widmete. Der Vorsitzende der Europäischen Volkspartei, Wilfred Martens, würdigte die "herausragende Rolle" des Premiers, die in der Geschichte Bestand haben werde.
Für das Spektakel in der römischen Messehalle, das mehr als drei Millionen Euro kostete, hatte Berlusconi nichts dem Zufall überlassen. Die Kulissen hatte sein Lieblingsarchitekt Mario Catalano entworfen, die Fernsehregie ließ kein Detail unberücksichtigt. Die erste Reihe war Jugendlichen unter 16 Jahren mit besonders telegenen Gesichtern vorbehalten. In der zweiten und dritten nahmen prominente Gäste Platz, die vierte, fünfte und sechste Reihe hatte man für attraktive Frauen reserviert.
Den Vorsitz führte Anna Grazia Calabria, die mit 26 Jahren jüngste Abgeordnete des Rechtsbündnisses. Ein Orchester und ein hundertköpfiger Chor ließen Beethovens "Ode an die Freude" und die unter Berlusconis Regie komponierte Parteihymne erklingen. Auch die Versorgung der Delegierten hatte der Premier zur Chefsache gemacht: 1500 Backformen mit grün-weiß-roter Lasagne, 400 Kilo Büffel-Mozzarella und 2500 Liter Wein sollten das Fußvolk entsprechend bei Laune halten.
Die Fusion von Forza Italia, Alleanza Nazionale und einigen kleineren Gruppierungen bezeichnete Berlusconi als "Endpunkt eines langen Weges, der 1994 mit der Gründung von Forza Italia begann" . Am Wochenende hatte die Nationale Allianz auf ihrem letzten Parteitag die Selbstauflösung beschlossen. Um die Aufteilung der wichtigen Positionen wurde hinter den Kulissen bis zuletzt gerungen. Nun sollen die 120 Mitglieder der nationalen Parteileitung von Berlusconi ernannt werden. (Gerhard Mumelter aus Rom/DER STANDARD, Printausgabe, 28./29.3.2009)
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So dämlich kann man doch gar nicht sein, dass einem dieses spektakel nicht peinlich ist. Die nordkoreaner mögen dazu gezwungen sein, durchgeknallte despoten bei irren veranstaltungen zu bejubeln - aber in italien wird wohl hoffentliches lautes hohngelächter statt jubel zu hören sein.
Freiheit ist ein kompliziertes konzept. Es ist höchst unklar, wie das mit religiosität zu einer 'religion der freiheit' verbunden werden soll. Es ist auch höchst unklar, wie sich die gründung irgendeiner religion - auch unter apostrophen - zum bündnis mit erzkonservativen katholischen kreisen verhält, welches Berlusconi sucht; kreise übrigens, die ihrerseits von freiheit nicht allzuviel halten.
Wenn nun derartige hochwertworte wie freiheit, vol und religion in einem völlig unklaren verhältnis hinausposaunt werden und wenn die probleme durch telegene gesichter in den ersten reihen überdeckt werden sollen, dann ist einfach mit händen zu greifen, dass das publikum für dumm verkauft werden soll.
Dafür haben sie immer Geld, auch in Zeiten, in denen ganze Familien vielleicht mit einem Bruchteil von diesem Geld über die Runden kämen.
Aber die Italiener sind ja bekannt dafür dass sie gerne Steuern zahlen, also kommt das schon wieder irgendwie herein :-)
20 Jahre, mindestens!
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