Spaniens Serie

27. März 2009, 14:40
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Europameister seit 20 Matches ungeschlagen, nun zwei Duelle gegen Türkei - Portugal und Schweden im direkten Duell gegen vorzeitiges Aus - 20 Partien am Samstag

Wien - Vor den ersten Großkampftagen in diesem Jahr sind in der Qualifikation zur Fußball-WM 2010 in Europa noch zwölf Teams ungeschlagen und 14 ohne Sieg. Daran wird sich am Samstag (20 Spiele) und Mittwoch (23) vermutlich etwas ändern. Der Schlager des Wochenendes steigt in Gruppe 5, in der EM-Halbfinalist Türkei gegen Europameister Spanien und dessen fast schon unheimliche Serie ankämpfen muss.

Die Spanier, die vier Tage später im Rückspiel in Istanbul gegen ihren ersten Verfolger antreten, haben seit 29 Matches nicht mehr verloren. Die EM 2004  und die WM 2006 hatten die Spanier jeweils nur über das Play-off erreicht. Diesen Umweg werden sie sich diesmal wohl ersparen. "Damals hatten wir sehr viel zu verlieren. Nun sind wir in einer besseren Position, knapp dran, uns vorzeitig zu qualifizieren. Je früher uns das gelingt, desto besser wäre es. Denn dann könnten wir uns schon in Ruhe auf den Confederations Cup im Juni in Südafrika vorbereiten", meinte Stürmer David Villa.

Terim: "Angst ist ein Fremdwort"

Obwohl die Sterne für Spanien zumindest im Heimspiel günstig stehen, leicht wird es nicht, zumal in den Reihen der Truppe von Vicente del Bosque Villa, David Silva, Sergio Ramos und Xavi über Wehwehchen klagten und Gerard Pique durch Fieber geschwächt ist. Und weil Andres Iniesta wegen einer Oberschenkel-Verletzung ganz sicher ausfällt, denkt der Teamchef noch intensiv über die Zusammensetzung seines Mittelfeldes nach.

Aber auch Del Bosques Kollege hat Probleme. Fenerbahce und Galatasaray, die zehn Teamspieler stellen, befinden sich im Formtief. "Wir müssen die Liga vergessen, mit erhobenen Köpfen, vollster Konzentration und hellwach in dieses Spiel gehen. Angst ist für uns seit Jahren ein Fremdwort", meinte Fatih Terim, der unter anderem auf den verletzt Hamit Altintop verzichten muss.

Mit blütenweißer Weste auf dem Weg nach Südafrika sind neben Spanien auch noch die Niederlande (Gruppe 9/am Samstag daheim gegen Verfolger Schottland) und England (6/am Mittwoch in Wembley gegen die ebenfalls noch unbesiegte drittplatzierte Ukraine) unterwegs. Die Briten, die am Samstag noch gegen die Slowakei testen, sind mit 14 Treffern in vier Spielen auch das bisher torgefährlichste Team überhaupt.

Mazedonien freut sich

Weltmeister Italien und die vom Giovanni Trapattoni betreuten Iren liegen im Pool 8 gleichauf an der Spitze. Bevor es am Mittwoch in Bari zum direkten Treffen kommt, sind die Italiener, deren Teamchef Marcello Lippi, der auf einige Stars (Toni, Gilardino) verzichtet muss und weiter die Jugend forciert, in Montenegro zu Gast. Die Iren empfangen die Remiskönige aus Bulgaren.

"Auf die Italiener freuen wir uns schon seit Monaten", gestand der montenegrinische Rapidler Branko Boskovic, während Lippi seine Spieler daran erinnerte, "dass der wahre Repräsentant des nationalen Fußballs das Nationalteam ist und wir noch eineinhalb Jahre Weltmeister sind".

Vize-Europameister Deutschland wird am Samstag in Leipzig von Liechtenstein nicht zu schlagen sein, daher denkt Kapitän Michael Ballack vor dem Spiel der Gruppe vier bereits an Südafrika. "Wir werden uns qualifizieren und dort wieder die Gruppe überstehen", prophezeite der Mann von Chelsea und forderte nach den Pleiten zuletzt gegen England (1:2) und Norwegen (0:1) eine deutliche Steigerung. "Man muss einfach mehr tun, da muss jetzt eine Reaktion kommen. Und die wird auch kommen", so der 32-Jähige.

In der sehr umkämpften Gruppe 1 - den Ersten trennen vom Fünften nur zwei Zähler - geht es für Portugal (4.) und Schweden (5.) im direkten Duell schon um fast alles. Nach drei sieglosen Spielen hofft der bereits wieder umstrittene Teamchef Carlos Queiroz in Porto auf die Wende. "In den Gesichtern der Spieler und ihrer Körpersprache ist etwas Besonderes. Wir sind zuversichtlich, dass dies unser Jahr wird", betätigte sich der 55-Jähriger als Hellseher. (APA/red)

 

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    Fernando Torres macht sich locker.

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    Marcello Lippi setzt sich gegen Fabio Grosso durch.

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