Rache ist nicht süß - im Gegenteil

29. März 2009, 13:12
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Rachsüchtige sind im Schnitt häufiger arbeitslos, sie haben weniger Freunde und sind mit ihrem Leben unzufriedener

Bonn - "Rache ist süß!" heißt es im Volksmund. Laut einer wissenschaftlichen Studie werden Rachsüchtige im Schnitt jedoch häufiger arbeitslos, sie haben außerdem weniger Freunde und sind mit ihrem Leben unzufriedener, teilte die Universität Bonn mit. Die Untersuchung der Bonner Forscher gemeinsam mit Kollegen der Universität Maastricht ist im "Economic Journal" (Bd. 119, S. 592) publiziert worden.

Daten

Positive und negative Reziprozität sind voneinander unabhängige Wesenszüge: Manche Menschen sind eher positiv reziprok, manche eher negativ; wieder andere sind beides. Die Forscher aus Bonn und Maastricht wollten herausfinden, welchen Einfluss diese Charakter-Eigenschaften auf Größen wie "Erfolg" oder "Lebenszufriedenheit" haben. Dazu griffen sie auf Daten des so genannten sozioökonomischen Panels zurück. Darin befragt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung jährlich rund 20.000 Personen in Deutschland zu verschiedenen Themen.

Die Forscher setzten diese Daten dann zu anderen Umfrage-Ergebnissen in Beziehung. Dabei stießen sie auf mehrere interessante Korrelationen: In der deutschen Bevölkerung sei das Verhalten "Wie du mir, so ich dir" weit verbreitet, erläuterte der Bonner Ökonom Armin Falk. "Für die Einladung zum Abendessen revanchieren wir uns mit einer Gegeneinladung. Umgekehrt zahlen wir Gemeinheiten gerne mit gleicher Münze heim." Wer sich bei Beleidigungen oder Unfairness schnell in Rache flüchte und ein "negativ-reziproker" Mensch sei, müsse im Schnitt auch häufiger Misserfolge hinnehmen. Der Untersuchung zufolge sind negativ-reziproke Menschen "signifikant häufiger" arbeitslos.

Positive Einstellung

Wer sich dagegen in positiv-reziproker Weise für einen Gefallen revanchiere und eine solche Charakter-Einstellung habe, der leiste im Schnitt am Arbeitsplatz auch mehr Überstunden, allerdings nur dann, wenn das Gehalt auch als fair empfunden werde, sagte Thomas Dohmen von der Universität Maastricht. Außerdem verdienten solche Menschen in der Regel mehr Geld. (APA/dpa/red)

  • Rache ist nicht süß: Negativ-reziproke Menschen sind zum Beispiel "signifikant häufiger" arbeitslos.
    foto: photodisc

    Rache ist nicht süß: Negativ-reziproke Menschen sind zum Beispiel "signifikant häufiger" arbeitslos.

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