Anzeige gegen Ehefrau und Sohn von Josef F.

27. März 2009, 13:37
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Behörden überprüfen Vorwurf der Mitwisserschaft - Keine neuen Informationen

Wien - Ein Rechtsanwalt aus Deutschland hat im Inzest-Fall von Amstetten bei der österreichischen Oberstaatsanwaltschaft (OStA) Strafanzeige gegen die Ehefrau und den ältesten Sohn von Josef F. erstattet. "Es geht um Mitwisserschaft, konkret genannt werden diese beiden Personen", bestätigte eine Sprecherin der OStA Wien. In St. Pölten ist die Anzeige noch nicht angekommen. "Sie enthält nicht mehr Informationen als jene, die wir bereits hatten", erklärte indessen der Leiter der Oberstaatsanwaltschaft Wien, Werner Pleischl.

Es sei jedenfalls anzunehmen, dass sämtliche strafrechtliche Handlungen von der StA bereits untersucht wurden, versuchte die Wiener Behörden-Sprecherin allfälligen Säumigkeits-Vorwürfen entgegenzutreten. Eingelangt sei das Schreiben des Juristen am Mittwoch, es werde an die zuständige Behörde in Niederösterreich weitergeleitet, teilte die Sprecherin der OStA Wien mit. Diese werde die Anzeige überprüfen und über das weitere Vorgehen - zurücklegen oder weiterverfolgen - entscheiden.

Im Brief des Anwalts heißt es unter anderem: "Mit Erstaunen beobachte ich aus der Ferne, dass die Ermittlungen keine Bemühung erkennen lassen, die Mittäter zu überführen." Mitwisserschaft alleine wäre laut der Staatsanwaltschafts-Sprecherin jedenfalls nicht strafbar, anders würde es bei einer Begünstigung bzw. Mittäterschaft aussehen. Laut "Kurier" ist der Jurist davon überzeugt, dass die Ehefrau und der Sohn von dem Kellerverlies gewusst haben. Sein Schreiben erging auch an die OStA Niederösterreich und Burgenland, so die Zeitung.

Am Freitag war die Anzeige des deutschen Rechtsanwalts noch nicht in St. Pölten eingelangt, sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft, Peter Ficenc. Jede Anzeige sei zu behandeln, so Ficenc weiter. Sollten neue Erkenntnisse enthalten sein, würden diese geprüft. Ficenc erinnerte daran, dass die polizeilichen Ermittlungen nach Bekanntwerden des Falles Ende April 2008 keine konkreten Verdachtsmomente gegen Familienmitglieder gebracht hätten. Damals wurden 130 bis 140 Zeugen befragt, wobei es keine Hinweise gab, die in diese Richtung liefen. Unter den Befragten waren auch Bewohner des Hauses, in dessen Keller die Tochter 24 Jahre lang gefangen gehalten worden war. Einzelne Kinder von Josef F. entschlugen sich der Aussage. (APA)

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