"Bomby" statt "Bondy"

26. März 2009, 17:20
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Mirek Topolanek warf den USA nicht vor, die Krise durch Waffenverkäufe zu bekämpfen

Straßburg - Der amtierende tschechische Ministerpräsident und EU-Ratspräsident Mirek Topolanek, der mit Attacken auf die amerikanische Anti-Krisen-Politik für Aufsehen gesorgt hat, ist zumindest zum Teil falsch zitiert worden. Vor dem Europaparlament in Straßburg hatte Topolanek am Mittwoch die massiven US-Konjunkturhilfen als "Weg in die Hölle" bezeichnet und laut englischer Übersetzung noch erklärt, die USA würden in der Wirtschaftskrise "durch Waffenverkäufe" Geld verdienen.

Topolanek habe in seiner Rede vor dem EU-Parlament am Vortag tatsächlich aber von "bondy" (Wertpapieren/Bonds) statt von "bomby" (Bomben) gesprochen, erklärte ein Sprecher des Parlaments am Donnerstag in Straßburg. Der englische Übersetzer des tschechisch sprechenden Regierungschefs verstand jedoch "bomby" und machte daraus "weapons" (Waffen), was von der englischen Hauptübersetzung in mehrere andere der 23 EU-Amtssprachen übernommen wurde.

Die zweite umstrittene Äußerung über den "Weg in die Hölle" steht jedoch nach der Originalaufnahme der Rede zweifelsfrei fest. "Er hat das wirklich gesagt", sagte eine tschechische Pressesprecherin des Parlaments. "In Tschechisch ist dieser Ausdruck jedoch wenig dramatisch und entspricht auf Deutsch sinngemäß etwa "nicht der richtige Weg", sagte sie. (APA/dpa)

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    Mirek Topolanek im EU-Parlament: "Bomby" oder "Bondy"?

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