Fischkot soll "schwimmen lernen"

26. März 2009, 16:52
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Deutsches Forschungsprojekt will Aquakulturen umweltverträglicher und ressourcenschonender machen

Osnabrück – Ein Spezialfutter für Fische soll ihren Kot schwimmfähig und fest machen. Damit würde die Fischzucht in sogenannten Aquakulturen umweltverträglicher und ressourcenschonender, teilte die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) am Donnerstag in Osnabrück mit. Sie fördert das Projekt mit 350.000 Euro.

Die Fischereiforschungsstelle Baden-Württemberg will mit zwei baden-württembergischen Fischbetrieben das Spezialfutter entwickeln und testen. Nach den Vorstellungen der Forscher kann der feste Kot leicht von der Wasseroberfläche abgeschöpft werden. Bisher verteilen sich die feinen Fischkotpartikel im gesamten Wasser.

Umweltschäden

"So könnte bereits über die Fütterung eine aufwendige Entsorgung vermieden und die umweltfreundliche Fischerzeugung verbessert werden", sagte der DBU-Generalsekretär Fritz Brickwede laut Mitteilung. Nicht nur der zunehmende Wildfischfang, sondern auch die Fischzucht berge Gefahren für das Ökosystem. "Durch das vermehrte Vorkommen von stickstoff- und phosphathaltigem Fischkot kann es in den Gewässern zu einer Überdüngung und damit langfristig zu Umweltschäden kommen."

Wenn es gelinge, den Fischkot durch spezielles Futter fester und leichter zu machen, könne er von der Wasseroberfläche ohne großen technischen Aufwand mechanisch abgetragen werden, so Alexander Brinker von der Fischereiforschungsstelle. Bisher ließe sich der Fischkot nur bedingt und mit großem Energieaufwand herausfiltern. Eine unzureichende Filterung wiederum wirke sich negativ auf die Wasserqualität und die Gesundheit der Fische aus. "Im schlimmsten Fall gerät das gesamte Kreislaufsystem aus dem Gleichgewicht und die Anlage muss geschlossen werden."

Testfortsetzung

In hauseigenen Versuchsanlagen teste die Forschungsstelle bereits verschiedene neue Futtermischungen – zu ihrem Inhalt wurde allerdings nichts bekannt gegeben. Jetzt solle der Test unter kommerziellen Bedingungen fortgesetzt werden. Dabei komme auch ein neu entwickeltes Gerät zum Abschöpfen der Fäkalien zum Einsatz. "Ein verbessertes Fütterungsmanagement wäre ein wegweisender Schritt in Richtung einer nachhaltigen Aquakultur", sagte Brinker. (APA/dpa/red)

  • Diese Regenbogenforellen werden in Fischzuchtanlagen aufgezogen. Künftig soll der Fischkot umweltfreundlich aus Brutbecken entfernt werden können.
    fotoquelle: deutsche bundesstiftung umwelt

    Diese Regenbogenforellen werden in Fischzuchtanlagen aufgezogen. Künftig soll der Fischkot umweltfreundlich aus Brutbecken entfernt werden können.

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