Mögliche Eskalationszenarien

26. März 2009, 16:21
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Krieg würde schnelles Ende Kims bedeuten, könnte aber schwere Wirtschaftskrise auslösen

Seoul  - Der von Nordkorea für Anfang April angekündigte Raketenstart heizt die Spannungen auf der Halbinsel weiter an. Es folgt eine Reihe von Szenarien, die sich laut Einschätzung von Experten entwickeln könnten.

ZWISCHENFALL IM GELBEN MEER

Die Grenze zwischen Nord- und Südkorea im Gelben Meer ist umstritten. Nordkorea hat an seiner Küste Kurzstreckenraketen in Stellung gebracht und könnte damit auf die südkoreanische Marine oder in südkoreanische Hoheitsgewässer feuern.

ZUSAMMENSTOSS AN DER GRENZE

Entlang der demilitarisierten Zone wurden seit dem Ende des Koreakriegs von 1950 bis 1953 von beiden Seiten mehr als eine Million Soldaten stationiert. Ein längeres Feuergefecht ist möglich, ein größerer Konflikt jedoch unwahrscheinlich. Als Drohgebärde kommen eher massive nordkoreanische Manöver in Frage.

WEITERE RAKETENTESTS

Es besteht eine geringe Chance, dass Nordkorea im Zuge des Raketenstarts auch Mittelstreckenraketen testet. Das würde allerdings Nordkoreas Darstellung widersprechen, der geplante Raketenstart finde aus zivilen Gründen statt.

ZWEITER ATOMTEST

Nordkorea hatte zum ersten Mal im Oktober 2006 einen Atomtest vorgenommen. Ein weiterer Test würde das Land weiter isolieren und seine Plutoniumvorräte erschöpfen. Experten weisen jedoch darauf hin, dass ein weiterer Test zur Verbesserung der Bombenkonstruktion unabdingbar wäre.

WIEDERAUFNAHME DES NUKLEARPROGRAMMS

Experten schätzen, dass das Regime seinen veralteten Nuklearreaktor in Yongbyon in wenigen Monaten wieder in Betrieb nehmen könnte, um seine Verhandlungsposition zu stärken.

KRIEG

Der Kriegsfall würde nach Einschätzung von US-Militärs eine schnelle Niederlage Nordkoreas und damit das Ende von Kim Jong-il bedeuten. Instabilität und Zerstörung auf der koreanischen Halbinsel könnten allerdings eine Wirtschafts- und Finanzkrise in der Region auslösen. (APA/Reuters)

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