Kreditvergabe in Euro-Zone schwächt sich ab

26. März 2009, 15:12
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Wachstum im Februar auf 4,2 Prozent gesunken

Frankfurt - Die Kreditvergabe der Banken an Unternehmen und Haushalte wird immer spärlicher. Aus am Donnerstag veröffentlichten Daten der Europäischen Zentralbank (EZB) wird deutlich, dass das Wachstum der Kredite an Firmen im Februar nur noch 4,2 Prozent betrug, nach fünf Prozent im Jänner. Das Wachstum bei Krediten an Privatpersonen erreichte lediglich 0,7 Prozent - die niedrigste Zuwachsrate seit 2003.

Nach Einschätzung von Volkswirten legen die Zahlen der EZB in der kommenden Woche eine weitere Zinssenkung auf dann nur noch ein Prozent nahe, weil der Kreditfluss durch Finanzkrise und Rezession ins Stocken geraten sei. Allerdings seien dafür sowohl die Banken, die ihre Vergabepolitik verschärft hätten, als auch Unternehmen und Haushalte verantwortlich, die weniger Kredite abriefen. Von einer drohenden Kreditklemme wollten die meisten Experten nicht sprechen. Nick Kounis, Ökonom bei der Fortis Bank sagte, dafür gebe es keine Anzeichen. "Wenn überhaupt, dann zeigt sich das Gegenteil, nämlich dass die Kredite erstaunlich stabil bleiben, obwohl die Banken in einer Rezession ja generell weniger Kredite ausreichen."

Nicht die gewünschten Erfolge

Volkswirt Ken Wattret von BNP Paribas erklärte, die Daten belegten, dass die Geldpolitik der EZB bisher nicht zu den gewünschten Ergebnissen geführt habe. "Die Versorgung der Banken mit Liquidität wird von diesen nicht an die Wirtschaft weiterverteilt und das heißt nichts anderes, als dass die Politik nicht wirkt." Experten halten es für möglich, dass die EZB kommenden Donnerstag eine Ausweitung ihrer Geschäfte mit den Banken bekanntgibt, um die Liquidität im Finanzsystem weiter zu erhöhen. Zuletzt mehrten sich die Signale in diese Richtung.

Das Wachstum der für die Zinspolitik der EZB wichtigen Geldmenge M3 ging im Februar mit 5,9 (Jänner: 6,0) Prozent nur noch leicht zurück. Analysten hatten im Schnitt mit einer Verlangsamung des Geldmengenwachstums auf 5,5 Prozent gerechnet. M3 umfasst Bargeld, Einlagen auf Girokonten, kurzfristige Geldmarktpapiere sowie Schuldverschreibungen bis zu zwei Jahren Laufzeit. (APA/Reuters)

 

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