Die Taepodong-2-Rakete

26. März 2009, 13:54
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USA glauben nicht an Träger für zivilen Satelliten - Noch erhebliche Konstruktionsmängel

London - Zwischen Nordkorea und den USA tobt ein heftiger Streit über einen für Anfang April geplanten Raketenstart. Während Nordkorea erklärt, mit der Taepodong-2-Rakete einen zivilen Satelliten ins All schießen zu wollen, gehen die USA von einem getarnten Raketentest aus. Nachfolgend einige Informationen über die umstrittene nordkoreanische Rakete.

  • Technische Details:

- Es handelt sich um eine zwei- oder dreistufige Rakete in der Versuchsphase und die Weiterentwicklung eines chinesischen Modells. Sie könnte zu einer Interkontinentalrakete aufgerüstet werden und dann die US-Bundesstaaten Alaska oder Hawaii treffen sowie einen bis 1000 Kilogramm schweren Sprengkopf ins Ziel bringen. Bei geringerer Last könnte die Taepodong-2 sogar 10.000 Kilometer weit etwa nach Osteuropa fliegen.

- Die Rakete ist etwa 35 Meter hoch und hat einen Durchmesser von gut zwei Metern.

- Sie kann konventionelle und möglicherweise auch atomare, biologische und chemische Sprengköpfe ins Ziel befördern. Nordkorea hat 2006 erstmals eine Atomwaffe getestet.

  • Hintergrund:

- Nordkorea bezeichnet den Raketenstart als Teil seines friedlichen Forschungsprogramms, um Satelliten in Umlaufbahn zu bringen.

- Die USA und Südkorea vermuten einen getarnten Raketentest im Rahmen der Entwicklung von nuklearen, chemischen und biologischen Massenvernichtungswaffen.

- Der Export von Raketentechnologie ist eine lukrative Einnahmequelle für das arme Nordkorea, das bereits andere Raketen an Syrien und eventuell an Pakistan verkauft hat. Der Iran hat bereits Interesse an der Taepodong-2 bekundet.

  • Technische Schwierigkeiten:

- Die Taepodong-2 wurde noch niemals erfolgreich getestet.

- Es gab bereits zwei fehlgeschlagene Tests (1998 und 2006).

- Es gibt noch erhebliche Konstruktionsfehler, eine erfolgreich gestartete Taepodong-2 könnte nach Einschätzung von Experten derzeit bestenfalls ein Geschoss von der Größe eines Steins bis Alaska, Japan oder Hawaii tragen.

- Zum Vergleich: Die ersten US-Sprengköpfe aus den 50er Jahren hatten ein Gewicht von vier bis fünf Tonnen und konnten nur unter jahrelangen großen Anstrengungen auf ein Gewicht von einer Tonne reduziert werden. (APA/Reuters)

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