"Du bist und bleibst der beste Bürgermeister"

26. März 2009, 13:14
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Vom SPÖ-Klub gab es Ovationen und Tränen - Persönliche Angriffe haben geschmerzt - Nachfolger Oxonitsch angelobt

Wien - Vor voll besetztem Gemeinderat hat sich am Donnerstag Wiens Vizebürgermeisterin Grete Laska endgültig aus der Politik verabschiedet. Sie legte ihr Amt als Stadträtin für Bildung, Jugend, Information und Sport nieder und bedankte sich abschließend bei ihren Weggefährten, allen voran bei Bürgermeister Michael Häupl , mit dem sie ein Vierteljahrhundert zusammenarbeitete: "Diese 25 Jahre, in denen wir viele Fragen gelöst haben - vor allem viele Schlüsselfragen - die nimmt uns keiner weg. Du bist und bleibst der beste Bürgermeister für diese Stadt."

"Ganz persönlichen Gründe"

Grundsätzlich untermauerte Laska ihre "ganz persönlichen Gründe", die sie zum Rücktritt veranlasst hätten. Sie wolle nun für ihre vier Kinder und vor allem für ihre beiden Enkel mehr Zeit haben. Entsprechend hätten sie die Spekulationen amüsiert, die in den vergangenen Tagen über mögliche Rücktrittsgründe angestellt wurden.

Dies gehöre jedoch zum politischen Geschäft, und dort habe sie im vergangenen Vierteljahrhundert immer wieder Menschen mit großer Persönlichkeit getroffen, die Handschlagqualität bewiesen hätten - über alle Parteigrenzen hinweg. Diese hätten in der politischen Kommunikation nie eine bestimmte Grenze unterschritten, was sie der heutigen Oppositionsgeneration ans Herz legte: "Persönliche Kränkungen, persönliche Angriffe können sich oft schneller wenden, als man sich das vorstellen kann." Es habe geschmerzt, wenn Polemik, Zynismus und persönliche Angriffe die Sachargumente verdrängt hätten.

Ihr eigenes Politikverständnis sei jedenfalls sehr klar gewesen: "Es war immer geprägt vom Menschen im Mittelpunkt. Es war geprägt von tiefer Freundschaft zu vielen." Ein klares Feindbild habe sie ebenfalls immer gehabt: "Inkonsequenz ist für mich das Schlimmste, das es geben kann." Sie habe niemals in die Verlegenheit kommen wollen, daheim die Spiegel abzumontieren, weil das eigene Spiegelbild nicht zu ertragen war.

Tränenreicher Abschied

Zum Abschied von der dienstältesten Stadträtin der Wiener Stadtregierung gab es wurden vergossen, nicht nur von Laska selbst, sondern auch von anderen Mitgliedern des Stadtsenates. Die Mitglieder der drei übrigen Fraktionen enthielten sich hingegen weitgehend des Applauses.

Als Nachfolger Laskas wurde Donnerstagabend der bisherige SP-Rathausklubchef Christian Oxonitsch als Stadtrat für Jugend, Bildung, Information und Sport angelobt. Das Amt des Vizebürgermeisters wird dagegen Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ) übernehmen. (APA)

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    Grete Laska zu Michael Häupl: "Diese 25 Jahre, in denen wir viele Fragen gelöst haben - vor allem viele Schlüsselfragen - die nimmt uns keiner weg. Du bist und bleibst der beste Bürgermeister für diese Stadt."

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