Videofragestunde: Obama bitte kommen!

26. März 2009, 13:49
10 Postings

Zehntausende US-Amerikaner haben ihrem Präsidenten Videoclips mit Fragen zur Wirtschaftskrise geschickt

An Mammutaufgaben ist US-Präsident Barack Obama nach etwas mehr als zwei Monaten im Amt wohl schon gewöhnt: Rezession, Afghanistan-Krieg, Gesundheitsreform. Nun aber sieht sich der Demokrat im Weißen Haus einer Flut an Fragen ausgesetzt, die ihresgleichen sucht. Das Internet macht es möglich. Wie steht es um die Bankenhilfspakete? Wie wirkt sich die Krise langfristig auf die Firmen im Ort aus - und wie auf meine eigene?

"Wir nutzen die Möglichkeiten des Internets, um Euch alle ins Weiße Haus zu bringen und über die Wirtschaft zu sprechen", erklärt BlackBerry-Fan Obama seinem Volk per Videobotschaft. Das hat gewirkt. 82.928 Fragen haben die 75.169 US-Bürger ihrem Präsidenten gestellt, die meisten in Form kleiner, 30 Sekunden dauernder Videoclips aus dem heimatlichen Wohnzimmer.

Obama setzt damit auf eine schon im Wahlkampf erprobte, uramerikanische Tradition der Bürgerbeteiligung: die Town Hall Meetings, bei denen Bürger ihren Vertretern Fragen stellen können. In ihrer Web-Version werden freilich nicht alle Fragen auch tatsächlich vom commander-in-chief beantwortet, gibt Obama offen zu. "Wir werden Eure Fragen zusammenfassen und ich werde sie selbst beantworten", behauptet er. Der Präsident verspricht sich davon mehr Zugang zu "Euren Sorgen über die Wirtschaftslage".

In seiner ersten Internet-Fragestunde als US-Präsident hat Barack Obama die Bürger seines Landes auf einen weiteren Anstieg der Arbeitslosenzahl eingestimmt. Er glaube nicht, "dass wir bereits alle Jobs verloren haben, die wir im Zuge dieser Rezession verlieren werden", antwortete Obama am Donnerstag im Internet auf die Fragen von US-Bürgern.

Er rief die Bevölkerung zu Geduld und Ausdauer auf, während die Maßnahmen seiner Regierung zur Ankurbelung der Konjunktur ihre Wirkung entfalteten. "Wir werden im Großteil des Jahres noch eine schwierige Phase durchmachen", führte der Präsident in seinen Antworten auf Bürgerfragen aus, die gefilmt und im Internet übertragen wurden. (red)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die Hände des Präsidenten und sein BlackBerry-Handy.

Share if you care.