AIG-Manager in Europa lehnen Bonus-Rückzahlung ab

26. März 2009, 12:47
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New York - Europäische Manager des am Tropf der US-Regierung hängenden Versicherers AIG wehren sich gegen die geforderte Rückzahlung ihrer umstrittenen Boni. Ein Top-Manager bezeichnete Kreisen zufolge die Forderungen aus den USA als Erpressung. Es gebe keinen moralischen Grund, das Geld zurückzuzahlen, sagte ein AIG-Mitarbeiter in London am Donnerstag, der selbst Prämien erhalten hat.

Der Chef der Abteilung für Finanzprodukte, Gerald Pasciucco, habe von erpresserischen Forderungen gesprochen, berichtete der Mitarbeiter weiter. Die meisten Angestellten in London hielten das Ansinnen zudem für beleidigend. Ähnlich äußerten sich AIG-Manager in E-Mails, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegen. Ein AIG-Sprecher erklärte, der Konzern habe keine Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Boni.

Nach Angaben des zuständigen New Yorker Staatsanwalts Andrew Cuomo haben sich mehrere hochrangige AIG-Manager zur Rückzahlung ihrer Zulagen bereiterklärt. Cuomo untersucht, ob die Zahlungen in Höhe von 165 Mio. Dollar (122,3 Mio. Euro) rechtmäßig waren, weil AIG nur durch Staatshilfen von mehr als 180 Mrd. Dollar am Leben gehalten wird. US-Präsident Barack Obama und zahlreiche andere Politiker hatten verärgert auf die Bonuszahlungen reagiert. Das Repräsentantenhaus stimmte vorige Woche für ein Gesetz, mit dem die Gelder weitgehend zurückgeholt werden sollen. (APA/Reuters)

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