Fortis Nederland versenkte Milliarde

26. März 2009, 12:30
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Das Institut verbuchte für 2008 unter dem Strich den riesigen Verlust von 18,5 Milliarden Euro

Amsterdam - Der niederländische Ableger des früheren Fortis-Finanzkonzerns hat fast eine Milliarde Euro im Sumpf des US-Milliardenbetrügers Bernard Madoff versenkt. Zusammen mit Belastungen in Höhe von insgesamt 18,2 Mrd. Euro im Zusammenhang mit Anteilen an der Bank ABN Amro verbuchte das Institut für 2008 unter dem Strich den riesigen Verlust von 18,5 Mrd. Euro, wie Fortis Bank Nederland am Donnerstag in Amsterdam mitteilte. Im Jahr davor hatte es noch einen Gewinn von 1,3 Mrd. Euro gegeben.

"Fortis Bank Nederland hat keine direkten Engagements bei Madoff, aber indirekte bei Kunden und Fonds, die sich Geld geliehen haben, um bei Fonds zu investieren, die sich bei der Bernard L. Madoff Investment Securities LLS engagiert haben", erklärte das Institut zu den Belastungen aus dem weltweit größten Betrugsskandal. Madoff hatte sich vor rund zwei Wochen vor einem Gericht in New York in allen Anklagepunkten schuldig bekannt. Die Höhe des angerichteten Schadens wird noch ermittelt; Madoff selbst hatte ihn auf rund 50 Mrd. Dollar (37,1 Mrd. Euro) geschätzt.

Noch deutlich heftiger als der Fall Madoff schlugen sich Belastungen aus dem ABN-Amro-Anteil nieder, den Fortis 2007 erworben hatte. 2008 verbuchte die Bank 17,75 Mrd. Euro an Abschreibungen sowie weitere Belastungen, die sich insgesamt auf 18,2 Mrd. Euro summieren.

Auch im operativen Geschäft hat die Finanzkrise heftige Spuren hinterlassen. Der operative Gewinn wird mit 604 Mio. Euro angegeben - das ist nur noch halb so viel wie 2007.

Das Institut war 2008 aus dem ursprünglich belgisch-niederländischen Finanzkonzern Fortis hervorgegangen und im Zuge staatlicher Rettungsaktionen für den Finanzsektor vom niederländischen Staat übernommen worden.(APA)

 

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