Geld gegen die Krise

26. März 2009, 11:51
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Die Konjunktur­programme wichtiger Staaten vor dem G-20-Gipfel

Deutschland hat mit Maßnahmen im Umfang von 50 Mrd. Euro das größte Konjunkturprogramm in der Geschichte der Republik aufgelegt. Angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise haben mehrere Staaten solche Programme geschnürt oder in Planung. Ein Überblick:

USA: Der Kongress beschloss das größte Konjunkturprogramm seit dem Zweiten Weltkrieg. Mit 789 Mrd. Dollar (585 Mrd. Euro) will Präsident Barack Obama die Wirtschaft ankurbeln und mehr als drei Mio. Arbeitsplätze schaffen oder erhalten. Davon sind 507 Mrd. Dollar für staatliche Investitionen vorgesehen, 282 Mrd. für Steuererleichterungen. Die wichtigsten Einzelposten sind 150 Mrd. Dollar für Projekte in den Bereichen Transport, Energie und Technologie sowie 87 Mrd. Dollar für die staatliche Krankenversicherung. Zusätzlich will Obama mit 75 Mrd. Dollar Hausbesitzern helfen, deren Immobilien von Zwangsversteigerungen bedroht sind.

China: Im November brachte die Regierung ein Konjunkturprogramm im Umfang von umgerechnet mehr als 400 Mrd. Euro auf den Weg. Damit soll in den kommenden zwei Jahren neben dem Ausbau der Infrastruktur auch die heimische Nachfrage gefördert werden. Aus der Staatskasse selbst kommt weniger als die Hälfte der Summe, Provinzen und Banken sollen einen Großteil beisteuern.

Japan: Tokio will die Konjunktur nach einem ersten Paket in Höhe von 12 Bill. Yen (90,7 Mrd. Euro) weiter stützen. Japans Ministerpräsident Taro Aso wies die Koalitionsparteien an, bis Ende des Monats ein aufgestocktes Konjunkturpaket mit einem Umfang von 15 bis 20 Bill. Yen auszuarbeiten. Wichtiges Element sollen Auszahlungen an Privathaushalte sein, um den Konsum zu stärken. Zu dem Paket gehören Steuersenkungen und ein Rettungsschirm besonders für mittelständische Firmen.

Großbritannien: Die Wirtschaft soll mit einem Konjunkturprogramm von 20 Mrd. Pfund (21,6 Mrd. Euro) angekurbelt werden. Als erstes großes EU-Land hat Großbritannien dabei die Mehrwertsteuer von 17,5 auf 15 Prozent gesenkt. Zudem sind "Steuergeschenke" für ärmere Bürger sowie die Einführung einer "Reichensteuer" vorgesehen. Davon unabhängig hat London im Oktober ein Rettungspaket für den Finanzsektor vorgelegt, das insgesamt ein Volumen von 500 Mrd. Pfund hat. Zudem sollen mit einem Beschäftigungsprogramm 100.000 neue Jobs besonders im öffentlichen Sektor und in umweltfreundlichen Branchen entstehen.

Frankreich: In Frankreich sind die Autoindustrie und die Bauwirtschaft Hauptnutznießer eines Programms von 26 Mrd. Euro. Drei Viertel dieser Summe werden im laufenden Jahr fällig. Etwa 6,5 Mrd. Euro pumpt Paris in die angeschlagene Autoindustrie, rund 1,8 Mrd. Euro sollen 2009/10 für den Wohnungsbau zusätzlich ausgegeben werden. Der Staat organisiert zudem 22 Mrd. Euro Kredite für den Mittelstand. Präsident Nicolas Sarkozy kündigte an, 2010 die Gewerbesteuer abzuschaffen, um Produktionsverlagerungen ins Ausland vorzubeugen. Das koste den Staat etwa acht Mrd. Euro. (APA/dpa)

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