US-Marine stationiert Kriegsschiffe

26. März 2009, 13:57
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Reaktion auf Nordkorea, das Langstreckenrakete in Stellung gebracht hat - Clinton droht mit Konsequenzen

Seoul - Nordkorea besteht trotz internationaler Warnungen auf einem für Anfang April geplanten Raketenstart. Dabei soll nach offizieller Darstellung ein Satellit auf eine Umlaufbahn gebracht werden. Die USA, Japan und Südkorea werfen der Regierung in Pjöngjang aber vor, lediglich neue Raketentechnik erproben zu wollen und damit gegen eine UN-Resolution zu verstoßen.

Sollte der Weltsicherheitsrat den Raketenstart kritisieren, werde Nordkorea mit "entschlossenen Schritten" reagieren, erklärte das Außenministerium in Pjöngjang am Donnerstag nach einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA. Dabei sei auch ein sofortiger Abbruch der Sechs-Parteien-Gespräche möglich. "Der Weltraum ist nicht das Monopol besonders mächtiger Länder", hieß es am Donnerstag in einem Kommentar der staatlichen Zeitung "Minju Joson".

Clinton: "Das wird Konsequenzen haben"

US-Außenministerin Hillary Clinton bezeichnete den geplanten Raketenstart als Provokation und Verstoß gegen die UN-Resolution. "Das wird Konsequenzen haben", sagte sie am Mittwoch vor Journalisten in Mexiko-Stadt. Sie warnte ebenfalls vor Konsequenzen für die Sechs-Parteien-Gespräche. Diese inzwischen festgefahrenen Verhandlungen unter Beteiligung der USA und Chinas versprechen Nordkorea Hilfslieferungen im Austausch gegen ein Verzicht auf sein Atomprogramm.

Nach Informationen westlicher Geheimdienste hat Nordkorea die Rakete vom Typ "Taepodong" bereits auf einer Startrampe in Musudan-ni an der Nordostküste in Stellung gebracht. Aus technischer Sicht sei jetzt ein Start innerhalb von drei bis vier Tagen möglich, berichtete die südkoreanische Zeitung "Chosun Ilbo" unter Berufung auf einen Diplomaten in Seoul. Nordkorea hat den internationalen Luftverkehr und die Schifffahrt davon unterrichtet, dass der Raketenstart zwischen dem 4. und 8. April geplant sei. Die Reichweite der "Taepodong" erstreckt sich bis Alaska. Tests mit ballistischen Raketen sind Nordkorea nach einer UN-Resolution aus dem Jahr 2006 verboten.

Kriegsschiffe verlegt

Angesichts des geplanten nordkoreanischen Satellitenstarts verlegte die US-Marine zwei Kriegsschiffe in die Gewässer vor Japan. Die beiden mit Raketenabwehrsystemen ausgestatteten Zerstörer USS McCain und USS Chafee verließen am Donnerstag den Hafen im südjapanischen Sasebo, wie die US-Streitkräfte mitteilten. Weitere Kriegsschiffe in der Region halten sich demnach zum Auslaufen in den kommenden Tagen bereit. (APA/AP/AFP)

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    Die US-Marine hat als Reaktion auf die startbereite Langstreckenrakete die beiden Kriegsschiffe USS Chafee (im Bild) und USS McCain in japanischen Gewässern in Stellung gebracht.

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    Satellitenaufnahme der Raketenbasis im nordkoreanischen Musudan Ri am 23. März 2009.

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    Vertreter der US-Regierung glauben, dass die Taepodong-2-Rakete bereits startbereit ist.

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