Wachablöser mit Makel

25. März 2009, 21:52
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Ichiro Ozawa führt Japans größte Oppositionspartei DPJ an

Sie wirbt für den großen Wechsel in Japan und hat tatsächlich die Chance, bei Neuwahlen die seit mehr als einem halben Jahrhundert regierenden Liberaldemokraten (LDP) abzulösen. Die Minshuto oder Demokratische Partei Japans (DPJ) hat nur ein Problem: ihren Vorsitzenden Ichiro Ozawa.

Der 66-Jährige ist seit einigen Wochen in einen Korruptionsskandal verstrickt, der ganz dem Muster früherer Affären der LDP folgt. Ein Baukonzern soll über Jahre hinweg Millionen an Yen an Ozawa überwiesen haben; im Gegenzug beeinflussten Ozawas Vertraute die Vergabe öffentlicher Bauaufträge an den Konzern. Ozawa gilt als außenpolitisch unwägbare Größe. Die siebte Flotte müsse den USA für Ostasien genügen, sagte er mit Blick auf die Kritik der Japaner an den US-Basen im Land. Die DPJ vereinigt ehemalige Politiker der konservativen LDP wie Ozawa und der Sozialisten, hat insgesamt aber ein jüngeres Personal. (mab/DER STANDARD, Printausgabe, 26.3.2009)

 

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