Volksbanken entscheiden über Kapitalspritze

25. März 2009, 19:11
posten

Aufsichtsrat soll eine Milliarde absegnen

Wien - Am Donnerstag tagt der Aufsichtsrat der Österreichischen Volksbanken AG (ÖVAG) - und wie die Zeichen stehen, dürfte ÖVAG-Chef Franz Pinkl das Match mit den "Rebellen" im Genossenschaftsverband für sich entscheiden.

Wie berichtet, hat sich rund um die Aufnahme von Partizipationskapital ein veritabler Richtungsstreit entwickelt. Nun soll der Sektor wieder zusammengefunden haben und der Aufsichtsrat beschließen, dass sich die ÖVAG eine Milliarde Euro vom Staat holt, dann Retailbanken sektorintern verkauft und versucht, die Schulden (ohne Privatplatzierung: 9,3 Prozent Zinsen) raschest möglich abzubauen.

Die vom Genossenschaftsverband unter Hans Hofinger zunächst präferierte Variante (rund 300 Mio. Euro vom sektorinternen Haftungsfonds) dürfte derzeit vom Tisch sein; auch aus sehr pragmatischen Gründen. Diese Lösung setzt jede Menge rechtliche Vorarbeiten voraus und hat eine längere Vorlaufzeit als derzeit opportun ist. Hofinger hat daher seine Leute jüngst sehr beredt auf eine "gemeinsame Linie" eingeschworen. Was noch dazu kommt: Ein Nachfolger für Pinkl ist nicht in Sicht und das Geschäftsmodell für die Zukunft noch in Arbeit. Was schon fix sein soll: Die Investkredit wird heuer nicht in die ÖVAG fusioniert, die Anbindung an den Sektor enger.

Mit Spannung erwartet man auch den Bericht von PricewaterhouseCoopers, der die Geschäfte der mittlerweile verstaatlichten Kommunalkredit beleuchtet. Der Report wurde vom ÖVAG-Vorstand in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat in Auftrag gegeben; Kommunalkredit-Aufsichtsratschef war lange Franz Pinkl.(Renate Graber, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 26.03.2009)

Share if you care.