"Sag mir, was ich sehe"

25. März 2009, 17:56
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"Wikitude" erspart den Blick in den Reiseführer und liefert direkt über das Display die benötigten Informationen

Man steht vor einer Sehenswürdigkeit und muss, um genaueres über diese zu erfahren, den Blick auch schon in Richtung Reiseführer abwenden. Mit dem mobilen Reiseführer "Wikitude AR Travel Guide" ist beides möglich: Informationen über eine Sehenswürdigkeit, ein Museum, eine Burg oder ein Theater einholen und diese gleichzeitig betrachten. Natürlich aber nur mehr auf einem Display, auf dem die Hintergrundinformationen zum jeweiligen Objekt des Interesses eingespielt werden.

Die gefundene Information kann auf einer Karten-, Satelliten-, Listenansicht oder auch auf einer "Augmented Reality"-Kameraansicht dargestellt werden. "Augmented Reality" bedeutet, dass die Wirklichkeit mit Computer-generierten Daten überlagert wird, was derzeit technisch allerdings nur auf dem T-Mobile G1 Handy möglich ist. Augmented Reality ist eine Technik, an der bereits seit einigen Jahren geforscht wird. Wikitude stellt diese Technik nun zur Verfügung.

Wikipedia-Inhalte

Wikitude ist ein auf Wikipedia-Inhalten beruhender mobiler Reiseführer. Die Kamera eines G1-Handys muss einfach auf das Gebäude oder die Sehenswürdigkeit gerichtet werden, dann werden ca. 350.000 Artikel auf die so genannten "Orte von Interesse" hin untersucht. Der Blick auf ein Gebäude kann so direkt mit Hintergrundwissen ergänzt werden, das heißt, solange der Ort bei Wikipedia eingetragen ist und über Geo-Koordinaten verfügt. Ist das der Fall, werden die verfügbaren Inhalte auf dem Display angezeigt. Zum Beispiel: "Das ist die Festung Hohensalzburg, ein sehr schönes Schloss und eine der Hauptattraktionen in Salzburg" - angezeigt wird auch die genaue Entfernung zu der Festung.

Durchsucht werden die Wikipedia-Artikel und Panoramio-Fotos (http://www.panoramio.com/) entweder nach der GPS-Position oder nach Adresse. In Kürze werden auch Qype-Artikel (die Online-Community Qype liefert Bewertungen über Restaurants, Dienstleistungen oder Sehenswürdigkeiten) hinzukommen.

Wenn man gerade nichts Konkretes abfragen will, kann man auch einfach durch die Gegend schlendern und Wikitude zeigt in der Kameraansicht, vor welchem Haus man sich gerade befindet bzw. woran man gerade vorbeigeht. Die Orte von Interesse (OVIs) werden als orange Punkte dargestellt, die ausgewählten OVIs werden mit einer Sprechblase und zusätzlichen Infos versehen.

Suchvarianten

Für die OVIs gibt es zwei mögliche Suchvarianten. Mit einem "Simple Search" kann eine standortbezogene Suche nach sämtlichen Orten von Interesse gestartet werden. Mit "Advanced Search" können zusätzliche Suchkriterien wie die Distanz, ein Suchbegriff oder eine bestimmte Kategorie festgelegt werden. Ist ein Gebäude oder ein bestimmter Ort, wie etwa eine historische Gedenkstätte, nicht eingetragen, gibt es die Möglichkeit, selbst die fehlenden Plätze mit Koordinaten bei Wikipedia zu versehen.

Die Informationen auf Wikitude können derzeit auf Englisch, Holländisch, Deutsch, Tschechisch und Polnisch abgerufen werden. In Österreich und Deutschland kam "Wikitude AR" im ersten Quartal 2009 auf den Markt. Ebenso ist Wikitude im Android Market verfügbar.

Die Entwickler, unter anderen Philipp Breuss, konnten sich mit der Applikation "Wikitude" bei der "Android Developer Challenge (ADC)" im letzten Jahr gegenüber mehr als 1.000 Mitbewerbenr und Mitbewerberinnen durchsetzen. Wikitude wurde unter die besten 50 Applikationen gewählt. (beaha, derStandard.at, 25.3.2009)

  •  "Augmented Reality": Die Wirklichkeit wird mit Computer-Generierten Daten überlagert.
    foto: www.mobilizy.com

    "Augmented Reality": Die Wirklichkeit wird mit Computer-Generierten Daten überlagert.

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