Schlafmangel hat Mitschuld an Lernproblemen

25. März 2009, 15:31
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Schülern fehlen eineinhalb Stunden Schlaf - Wiener Teenager schlummern nur 7,8 statt der notwendigen 9,5 Stunden

Wien - Schüler schlafen im Schnitt rund eineinhalb Stunden zu wenig und haben - auch deshalb - Probleme in der Schule. Zu diesem Schluss kommt eine vom Nachhilfe-Institut "Lernquadrat" beauftragte Studie. Jugendliche schlummern in Wien im Schnitt pro Nacht 7,8 Stunden, so das Ergebnis der im Jänner durchgeführten Befragung von rund 400 Wiener Burschen und Mädchen. Um effektiv lernen zu können, wären 9,5 Stunden notwendig, so Studienautorin Tijana Gonja am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien.

Zwei Drittel klagten über Müdigkeit in der Schule, vor allem ab 15 Jahren würde das Schlafdefizit zunehmen. Der Mangel habe eine massive Auswirkung auf die Gedächtnisleistung, erklärte Gonja. Dies werde auch dadurch belegt, dass direkt vor dem Zubettgehen wiederholter Lernstoff besonders gut gemerkt werde. Auch Lernen im Schlaf ist laut der Expertin zumindest theoretisch möglich - allerdings nur im Labor, da die Traumphase genau abgewartet werden müsste. Hochbegabte Menschen schlummern laut Studien übrigens besonders viel. Ein Beispiel: Albert Einstein soll täglich zwölf bis 15 Stunden lang in den Federn gelegen sein.

Auch längerer Schlaf am Wochenende könne einen Mangel nicht ausgleichen, so Gonja. Unrhythmisches Verhalten sei für die Lernkapazität gar nicht förderlich. Bereits 25 bis 40 Prozent der Kinder im Vorschul- und Schulalter würden an Schlafstörungen leiden.

International schneidet Österreich gar nicht so schlecht ab: In den USA und Deutschland schlafen Jugendliche im Schnitt nur 7,5 Stunden. Besonders früh gehen Teenager scheinbar in Neuseeland zu Bett: sie schlummern täglich etwa 8,5 Stunden. Länger aufbleiben sollte man eigentlich erst ab dem 21. Lebensjahr: Im Schnitt genügen dann sieben bis acht Stunden Schlaf. (APA)

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