Esterházy will in Osteuropa wachsen

25. März 2009, 14:33
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30.000 Hektar Wald sollen in Rumänien bewirtschaftet werden

Wien - Der Traditionsbetrieb Esterházy blickt nach eigenen Angaben auf ein erfolgreiches Wirtschaftsjahr 2008 zurück. "Wir sind in soliden Bereichen unterwegs. Früher hat uns der wirtschaftliche Aufschwung nicht so betroffen und jetzt, in der Krise, betrifft uns der Abschwung auch nur gering", sagte Stefan Ottrubay, Generaldirektor und Vorstandsvorsitzender der Esterházy Betriebe GmbH, heute, Mittwoch, bei der Präsentation der Bilanzzahlen in Wien. Mittelfristig möchte das Unternehmen in Rumänien, Ungarn und der Slowakei stark wachsen. "Wir strecken unseren Arm Richtung Osten aus."

2008 hat die Esterházy Gruppe 29,3 Mio. Euro umgesetzt, um 5,5 Mio. Euro mehr als im Jahr davor. Das Betriebsergebnis stieg von 0,9 Mio. Euro auf 1,4 Mio. Euro, der Bilanzgewinn betrug 2,1 Mio. Euro. Ziel für 2009 sei, den Umsatz auf 33 Mio. Euro zu erhöhen, das Betriebsergebnis auf 3,1 Mio. Euro zu steigern und einen Bilanzgewinn 3,5 Mio. Euro zu erzielen. Die Esterházy Betriebe GmbH gliedert sich in die Bereiche Forst- und Naturmanagement (19 Mio. Euro), Immobilien (4,8 Mio. Euro), Weingut (2 Mio. Euro), historische Großanlagen (1,4 Mio. Euro), Kultur (0,7 Mio. Euro), das Restaurant Esterházy (0,4 Mio. Euro) und in sonstige Bereiche (1 Mio. Euro).

Das umsatzstärkste Standbein der Esterházy Betriebe ist der Geschäftsbereich Forst- und Naturmanagement. Gemeinsam mit einem Partner bewirtschaftet das Unternehmen in Rumänien bereits 10.000 Hektar Wald. Ziel bis Jahresende sei, 20.000 Hektar zu bewirtschaften - mittelfristig sollen daraus sogar 30.000 Hektar werden, kündigte Hans Peter Weiss, Leiter des Geschäftsbereiches Forst- und Naturmanagement, an. Auch werde eine weitere Expansion in Zentraleuropa angestrebt. Wann und welche Länder konkret ins Auge gefasst werden, wurde nicht genannt.

Mit über 22.400 Hektar Wald und einem Umsatz von 19 Mio. Euro allein im Bereich Forst- und Naturmanagement sind die Esterházy Betriebe einer der größten privaten Forstbetriebe Österreichs. Das Unternehmen vertreibt jährlich 100.000 Festmeter Rundholz aus Eigenproduktion sowie weitere 100.000 Festmeter aus Fremdproduktion. Rund 5.600 Hektar der esterházyschen Besitztümer werden landwirtschaftlich genutzt. Der Großteil wird durch Pächter bewirtschaftet. Esterházy ist gemeinsam mit dem burgenländischen Erdgasversorger BEGAS und der Bauernenergie Holding GmbH an der Bioenergie Burgenland Service GmbH beteiligt, die mittlerweile drei Kraftwerke und zehn Heizwerke betreibt. 40 Mio. Euro wurden bisher in den Bereich Bioenergie investiert.

Neben der Land- und Forstwirtschaft sind Immobilien und Freizeitanlagen der zweitwichtigste Geschäftsbereich der Esterházy Betriebe. Das Unternehmen ist Entwickler, Anbieter und Betreiber von derzeit vier Seebädern und acht Freizeitanlagen im nördlichen Burgenland und setzte hiermit im vergangenen Jahr 4,8 Mio. Euro um. Heuer möchte das Unternehmen bestehende Anlagen verbessern - in den nächsten Jahren sollen Anlagen in Ungarn und der Slowakei entstehen. In Ungarn gebe es bereits eine "ernste Vorprüfung" bei einem Standort, in der Slowakei sei man noch nicht so weit.

Historische Großanlagen

Zum Bereich der Immobilienverwaltung zählen die historischen Großanlagen, die laufend erhalten und revitalisiert werden. In den vergangenen 15 Jahren hat Esterházy mehr als 35 Mio. Euro in den Steinbruch in St. Margarethen, das Schloss Lackenbach, das Schloss Esterházy in Eisenstadt und die Burg Forchtenstein investiert. Mittelfristig ist der Abschluss der Sanierungen der Burg Forchtenstein und des Schlosses in Lackenbach geplant. 2008 haben die Großanlagen 1,4 Mio. Euro Umsatz gebracht.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielte das Weingut der Esterházys einen Nettoumsatz von 1,8 Mio. Euro. Verkauft wurden 400.000 Flaschen - 60 Prozent davon im Ausland. Derzeit stehen 55 Hektar Weingartenflächen im Burgenland in Ertrag, weitere 15 Hektar werden im Raum Sopron in Ungarn angebaut. Außerdem liefern Vertragsbauern jährlich 25.000 kg Trauben zu.

Das Vermögen der Esterházys ist ein drei Stiftungen eingebracht - die F. E. Familien-Privatstiftung Eisenstadt, die Domänen Privatstiftung und die Esterházy Privatstiftung. Die Esterházy Betriebe GmbH verwaltet das Vermögen der drei Stiftungen und fungiert als geschäftsführende Gesellschaft.

2008 beschäftigte das Unternehmen durchschnittlich 202 Mitarbeiter und damit um 19 mehr als im Jahr davor. Heuer sollen gut 35 Mitarbeiter aufgenommen werden. (APA)

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