Kristallkonzern Swarovski baut 1100 Jobs ab

25. März 2009, 19:45
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In Wattens werden heuer noch 600 Jobs gestrichen, 2010 weitere 500 - Produktion geht nach Tschechien

Der Kristallkonzern Swarovski streicht in Wattens, dem Sitz des Unternehmens, radikal die Zahl der Stellen zusammen: Heuer werden 600 Jobs abgebaut, 2010 weitere 500. Davon wurde die Belegschaft am Mittwoch informiert. Damit reduziert sich die Zahl der Mitarbeiter in Wattens auf 4500 im kommenden Jahr. Vor zwei Jahren arbeiteten dort noch 6700 Personen für das Traditionsunternehmen.

Als Grund für den Stellenabbau gibt der Konzern ein Nachlassen der Nachfrage nach den Schmucksteinen sowie die harte Konkurrenz aus China und Nordafrika an. Im kommenden Jahr wird ein Teil der Produktion nach Tschechien verlagert.

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Innsbruck - Kein Ende des Stellenabbaus beim Glasschleiferkonzern Swarovski in Wattens: Weitere 600 Jobs werden abgebaut. Davon wurden die Mitarbeiter am Mittwochnachmittag informiert. Das Tiroler Unternehmen hatte bereits im Vorjahr 150 sowie heuer weitere 750 Stellen gestrichen, 200 Stellen wurden nicht nachbesetzt. Damit werden Ende 2009 noch 5000 Personen in Wattens bei Swarovski arbeiten. 2007 waren zählte der Standort noch 6700 Mitarbeiter. Die Unternehmensführung begründete den neuerlichen Jobcut mit "Anpassung des Produktionsniveaus an die aktuellen Markterfordernisse", es handle sich um einen "Beitrag zur Sicherung des Standortes Wattens". Die "Kürzungen erstrecken sich über alle Bereiche und Funktionsebenen", heißt es weiter in einer Aussendung.

Am Mittwoch machte das Unternehmen unter der Leitung von Marcus Langes-Swarovski erstmals deutlich, dass im Jahr 2010 weitere 500 Arbeitsplätze in Wattens verlorengehen werden. "Manuelle Fertigungstätigkeiten" werden wie vom Standard mehrfach bereits berichtet nach Osteuropa - dem Vernehmen nach nach Jablonec in Tschechien (jener Glasschleiferregion, aus der die Familie Swarovski ursprünglich stammt) - ausgelagert. "Technologie- und Know-how-intensive Produktionsschritte" sollen in Tirol verbleiben. Kurzarbeit sei laut Swarovski "aufgrund des anhaltenden Nachfragerückgangs bei den Standardprodukten im Komponentengeschäft für Swarovski kein praktikables Instrument".

Der Aufbau einer Produktion für eine Kristall-Billiglinie in Quingdao in China hätte mit den "strukturellen Optimierungen" nichts zu tun, wird betont.

Auch ein anderes Tiroler Traditionsunternehmen muss auf Absatzeinbrüche reagieren: Der Glashersteller Riedel meldet für sechs Wochen Kurzarbeit im Kufsteiner Werk an. Die Glasbläserei in Schneegattern in Oberösterreich tätigte diesen Schritt bereits. Bei der deutschen Riedel-Tochter Nachtmann wurden zuletzt 600 von 1500 Jobs abgebaut, eine Glasschleiferei in Tschechien wurde geschlossen.

Beim zum Würth-Konzern gehörenden Vorarlberger Beschlägeproduzent Grass sind die Verhandlungen mit den Sozialpartnern zur geplanten Kurzarbeit abgeschlossen. Ab April werden 700 Mitarbeiter um 20 bis 30 Prozent weniger arbeiten. (ver, szem, APA, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 26.03.2009)

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