Armee in Geldnöten

25. März 2009, 12:22
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Vilnius kann offenbar Raten nicht zahlen - Lkw-Hersteller Sisu signalisiert Insolvenzgefahr

Helsinki/Vilnius - Die Finanzkrise im Baltikum wirkt sich auch auf Militäraufträge aus. Wie die finnische Wirtschaftszeitung "Kauppalehti" am Mittwoch berichtete, könnte der Lkw- und Militärfahrzeughersteller Sisu Liquiditätsprobleme bekommen, falls die aus Litauen fälligen Raten aus einem rund 25 Mio. Euro schweren Geschäft zur Lieferung von 50 Militär-Lkw länger ausständig bleiben.

Sisu-Geschäftsführer Olof Elenius sagte laut "Kauppalehti", sein Unternehmen sei in einer "schwierigen Lage". Sollten die Litauer nicht zahlen, müsse sein Unternehmen anders woher das Geld bekommen und die Regierung in Helsinki um Liquiditätshilfe bitten.

Der Chef der litauischen Streitkräfte, Valdas Tutkus, relativierte die Angaben gegenüber der baltischen Nachrichtenagentur BNS und dementierte, dass die litauische Armee zahlungsunfähig sei. Er räumte aber ein, dass man mit den Finnen über einen Ratenaufschub verhandle. Rund die Hälfte der Sisu-Fahrzeuge wurden bereits 2007 an die Litauer geliefert.

Litauen dürfte laut jüngsten Prognosen 2009 in eine wesentlich tiefere Rezession schlittern, als bisher angenommen. Die Anfang April erwartete Prognose der Regierung in Vilnius geht laut bereits durchgesickerten Informationen von einem Rückgang von rund zehn Prozent des BIP aus, unabhängige Wirtschaftsexperten befürchten sogar ein noch höheres Minus. (APA)

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