Pilz will Staatsanwalt einschalten

25. März 2009, 12:15
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Die Offshore-Geschäfte sollen Anlass für eine Sachverhaltsdarstellung beim Staatsanwalt und bei den Finanzbehörden sein

Wien - Peter Pilz, Sicherheitssprecher der Grünen, will wegen Offshore-Geschäfte der AUA in Guernsey (derStandard.at berichtete) eine Sachverhaltsdarstellung beim Staatsanwalt und bei Finanzbehörden einbringen. Es sei noch offen, ob gegen Unbekannt, gegen die AUA oder gegen frühere Manager. Eine parlamentarische Anfrage an Finanzminister Josef Pröll (ÖVP) haben die Grünen bereits fertig.

Finanzminister Josef Pröll (ÖVP), in dessen Zuständigkeit die AUA via Staatsholding ÖIAG fällt, verwies gestern auf Angaben der AUA-Geschäftsführung, wonach es sich um normale Rechtsgeschäfte handle. Er gehe davon aus, dass die Verantwortlichen die Geschäfte ordnungsgemäß führen. Er habe damit kein anderes Urteil zu treffen. Zu den Pilz-Vorwürfen (Steuerhinterziehung, Anm.) meinte der Finanzminister, es stünden Verdächtigungen im Raum. "Dem ist nachzugehen".

Tochter zur Steuervermeidung

Pilz wiederholte heute Mittwoch erneut den Vorwurf, die AUA nutze eine hundertprozentige Tochtergesellschaft auf der Kanalinsel Guernsey zur Steuervermeidung oder -hinterziehung. Die AUA wies den Vorwurf der Steuerhinterziehung heute erneut "vehement zurück". Die Tochtergesellschaft ALF sei "zu hundert Prozent konsolidiert", alle Vorgänge mehrfach geprüft.

Diese "Austrian Airlines Lease and Finance Company Limited" (ALF) auf Guernsey sei nur eine Briefkastenfirma und werde von Credit Suisse betrieben, so Pilz unter Hinweis darauf, dass Adresse und Telefonnummer identisch seien mit jenen der Credit Suisse Holdings. Auch alle Einreicher der Dokumente hätten E-Mail-Adressen mit der Endung @credit-suisse.com. Pilz hat inzwischen auch zwei Manager der AUA ausfindig gemacht, die bei ALF als Direktoren geführt würden, aber Pilz' Informationen nach von Wien aus die Geschäfte geführt hätten oder dafür eingeflogen seien. Schließlich sagte Pilz, die Geschäfte würden auch in Wien über eine Briefkastenfirma geführt - die von ihm dabei angegebene Adresse entspricht allerdings der offiziellen Adresse der AUA am Flughafen. "Ich lade Herrn Pilz gerne zu einem Kaffee in dieser Briefkastenfirma ein", sagte dazu ein AUA-Sprecher. (APA)

 

 

Mehr dazu auf der Homepage von Peter Pilz

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