Alles wie gehabt

25. März 2009, 11:51
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Die Revolution ist abgeblasen, die WM wird nach altbekanntem Reglement entschieden, der Titel geht an den Fahrer mit den meisten Punkten

Melbourne - Der Internationale Automobil-Verband (FIA) hat sich dem Widerstand aus dem Fahrerlager gebeugt. Die Formel-1-WM wird nach demselben Modus wie im Vorjahr entschieden. Demnach geht der Titel an jenen Fahrer mit den meisten WM-Punkten, nicht an jenen mit den meisten Grand-Prix-Siegen. Diese Entscheidung geht aus den neuen Richtlinien hervor, die die FIA Dienstagnacht auf ihrer Website veröffentlicht hat.

Darin ist in Paragraf 6.1 unter dem Punkt "Weltmeisterschaft" zu lesen: "Der Fahrertitel der Formel-1-WM geht an jenen Fahrer, der die meisten Punkte erzielt hat, unter Berücksichtigung der Ergebnisse aller Veranstaltungen, die stattgefunden haben." Die FIA verwarf damit ihren eigenen Beschluss, den Titel schon ab dieser Saison dem Piloten mit den meisten Rennsiegen zuzusprechen.

Bei den Teams hatte sich gegen die vergangene Woche sehr kurzfristig getroffene Entscheidung Widerstand geregt, das neue System ist für 2010 allerdings weiterhin ein Thema. Vorerst bleibt alles beim Alten. Demnach erhält der Sieger eines Grand Prix weiterhin zehn Punkte. Die weiteren Zähler werden nach dem Format 8-6-5-4-3-2-1 an die sieben folgenden Piloten vergeben.

Den Vorschlag der Teamvereinigung FOTA, das Punktesystem zu ändern, hatte der Motorsport-Weltrat der FIA vergangene Woche verworfen. Die Teams hätten Siege gerne mit zwölf Punkten belohnt, um den Anreiz zu erhöhen, bis zum Schluss um Platz eins zu kämpfen, statt sich mit guten Punkten dahinter zufriedenzugeben. 

Solidarität mit Brandopfern

Das Auftaktrennen in Melbourne steht auch im Zeichen der verheerenden Buschfeuer im Februar. Durch mehrere Aktionen wollen die Piloten ihre Verbundenheit mit den Brandopfern ausdrücken. Am Mittwoch besuchten Weltmeister Lewis Hamilton und sein Teamkollege Heikki Kovalainen das Albert Hospital, in dem mehrere Verletzte behandelt werden. "Die Bilder von den Buschfeuern haben mich betroffen gemacht. Ich wollte den Opfern mein Mitgefühl ausdrücken und mir war es ein großes Anliegen, die Patienten zu besuchen", sagte Hamilton, nachdem er mit mehreren Betroffenen gesprochen hatte.

Am Tag zuvor war Christian Klien bei einer Aktion zur Unterstützung der Opfer mit einem Formel-1-Wagen durch Kinglake, nordöstlich von Melbourne, gerollt. Der kleine Ort war bei dem Brand im Februar völlig zerstört worden.

Die Feuer im Südosten Australiens hatten mehr als 200 Menschenleben gefordert. Sie waren die größte Brandkatastrophe in der Geschichte des Landes. Stark betroffen war die Region Melbourne im Bundesstaat Victoria. Allein in Kinglake, rund 60 Kilometer von Melbourne gelegen, starben bei den Bränden am 7. Februar über 40 Menschen.

Die Grand-Prix-Organisatoren hatten angesichts der Katastrophe auch ihren Slogan für das Rennen am Sonntag geändert. Statt "Melbourne Fires Up" werben sie nun mit "Melbourne Gears Up". (APA/red)

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