Ein Bioprodukt negativer Spitzenreiter

25. März 2009, 09:46
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"Konsument"-Untersuchung ergibt Rückstände in 15 von 20 Proben

Wien - In der von der Agrarmarkt Austria (AMA) erstellten Skala der beliebtesten Gemüsesorten Österreichs nehmen Paprika nach Paradeisern, Zwiebeln, Karotten und Gurken den fünften Rang ein. Paprika steckt voller Vitamine, er zählt aber zugleich zu jenen Gemüsesorten, die besonders häufig mit Rückständen von Pestiziden belastet sind. "Konsument" hat insgesamt zwanzig Proben untersucht, sechs davon aus biologischer Landwirtschaft. Das Ergebnis zeigt ausgerechnet bei einem Bioprodukt von Maran die stärkste Belastung an: Der Höchstwert für ein Pestizid wurde enorm überschritten. Zudem waren sämtliche Proben aus konventioneller Landwirtschaft belastet - wenn auch meist nur gering.

Fast alle Bioprodukte ohne Rückstände

Nahezu alle Proben aus biologischer Landwirtschaft wiesen keine Rückstände von Schädlingsbekämpfungsmitteln auf. Auch die erste bei einem Einkauf im Biomarkt Maran gezogene Probe war frei von Rückständen. Bei einem weiteren Einkauf in der darauffolgenden Woche landeten allerdings die am stärksten belasteten Paprika des gesamten Tests im Einkaufskorb. In diesen wurden die Pestizide Rotenon und Spinosad nachgewiesen, die zwar seit 1.1.2009 für den biologischen Landbau generell zugelassen sind. Bei Spinosad war der rechtlich verbindliche Höchstwert aber enorm überschritten. Beim Zusammenzählen der Mengen der nachgewiesenen Pestizidrückstände - in Bezug zum jeweils gesetzlichen Höchstwert gesetzt - kamen die Tester gar auf unglaubliche 707 Prozent.

'Konventionell' mit recht guten Ergebnissen

Auch preislich sind die Paprika von Maran mit rund 18 Euro pro Kilo negative Spitzenreiter. Wesentlich günstiger als Bio-Paprika waren im Test zwar die Paprikaproben aus konventioneller Landwirtschaft. Allerdings wurden in sämtlichen Proben Rückstände von Pestiziden nachgewiesen. Zudem war beinahe jede zweite Probe mehrfach belastet. Die gute Nachricht: Die Belastung war meist gering, die Höchstwerte wurden in keinem Fall überschritten. Und auch summiert hielten sich die Pestizidrückstände in Grenzen.

Die Pestizide lagern sich am Paprika zum Teil außen an der Hülle ab. Teilweise gelangen sie über das Wurzelwerk in die Schote. "Daher vor dem Essen gründlich waschen, um neben Staub und Keimen auch möglicherweise auf der Schale abgelagerte Pestizide zu entfernen", rät "Konsument"-Ernährungswissenschafterin Birgit Beck. In die Schote gelangte Pestizide können allerdings nicht weggewaschen werden. (red, derStandard.at)

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Sämtliche Informationen zu diesem Test sind ab 26.3. in der April-Ausgabe von "Konsument" sowie ab sofort auf konsument.at

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    Nicht immer heißt "Bio" auch unbelastet

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