Strom im Jahresabstand teurer

25. März 2009, 18:50
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E-Control kritisiert Rückzieher bei Konzernzerschlagung

Wien - Die Energiepreise für die privaten Haushalte sind in Österreich im Februar gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozent gestiegen, nach einem Rückgang um 1,1 Prozent von Dezember auf Jänner. Dennoch war Haushaltsenergie im Februar um 8,7 Prozent billiger als im Februar 2008, hat die Energieagentur am Mittwoch bekanntgegeben.

Treibstoffe haben sich im Jahresabstand um insgesamt 19,6 Prozent verbilligt. Super wurde um 20,2 Prozent günstiger, Normalbenzin um 20,1 Prozent, Diesel um 19,0 Prozent. Gegenüber dem Vormonat Jänner verteuerten sich Normal und Super allerdings um je 3,4 Prozent, Diesel um 0,2 Prozent.

Strom wurde im Jahresvergleich um 5,1 Prozent teurer, zum Vormonat Jänner blieb der Preis unverändert. Heizöl verbilligte sich um 23,8 Prozent, gegenüber dem Vormonat Jänner um 3,6 Prozent.

Feste fossile Brennstoffe verteuerten sich im Berichtsmonat um 1,4 Prozent, waren aber um 1,7 Prozent billiger als im Jänner 2009.

Der Gaspreis lag im Februar um 14,8 Prozent höher als ein Jahr zuvor; gegenüber dem Vormonat Jänner sank er um 2,5 Prozent. Fernwärme kostete um 4,2 Prozent mehr als im Vorjahr, aber ebenso viel wie im Vormonat.

Die Regulierungsbehörde E-Control kritisiert unterdessen den von der tschechischen EU-Ratspräsidentschaft am Dienstag erzielten Kompromiss für neue Regeln am europäischen Strom und Gasmarkt. Die von der EU-Kommission angepeilte eigentumsrechtliche Trennung von Stromproduktion und Netzbetrieb ist vom Tisch.

"Das ist ein Wermutstropfen", sagte E-Control-Chef Walter Boltz. Die Einigung sei dennoch "im Interesse der Strom- und Gaskunden", zumal Rechte der Stromkunden gestärkt würden, etwa auf einen raschen Wechsel des Lieferanten.

Das Gesetzespaket überlässt es den 27 EU-Staaten, ob sie Strom- und Gasanbietern den gleichzeitigen Besitz des Leitungsnetzes erlauben. In Österreich wird es bei einer nur gesellschaftsrechtlichen Trennung zwischen Netz und Produktion unter einem Konzerndach bleiben. (stro, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 26.03.2009)

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