Hochtief mit Umsatz- und Gewinn-Rekord

25. März 2009, 08:50
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Konzerngewinn stieg um ein Viertel auf 175 Millionen Euro, Vorsteuergewinn auf 520 Millionen Euro - Dividende steigt von 1,30 auf 1,40 Euro je Aktie

Duisburg - Der größte deutsche Baukonzern Hochtief hat 2008 den Konzerngewinn nach Minderheiten dank Fortschritten bei der Sanierung des deutschen Baugeschäfts und boomender Auslandsgeschäfte um 24,4 Prozent auf 175,1 (140,7) Mio. Euro gesteigert. 2009 soll das deutsche Baugeschäft, lange Zeit Sorgenkind des Konzerns, eine Umsatzrendite von einem Prozent erreichen, bekräftigte Hochtief. Das Ergebnis vor Steuern legte 2008 auf 520,1 (501,3) Mio. Euro zu. Der Auftragseingang schnellte auf 25,28 (23,51) Mrd. Euro in die Höhe.

Mit seinen Zahlen lag der Essener Konzern über den Markterwartungen. Befragte Analysten hatten für 2008 im Schnitt ein Ergebnis vor Steuern von 505 Mio. und einen Überschuss von 151 Mio. Euro erwartet.

Die Aktionäre sollen angesichts der Rekordwerte für 2008 eine Dividende von 1,40 (1,30) Euro je Stückaktie erhalten. Dies sei auch ein Zeichen der Zuversicht "hinsichtlich der künftigen Geschäftsentwicklung". Mit seinem Optimismus steht Hochtief in der Branche nicht allein. Die deutsche Bauindustrie hatte erklärt, sie sehe sich dank dicker Auftragspolster gut gerüstet für das Krisenjahr 2009. Zudem setzen die Unternehmen auf die milliardenschweren Konjunkturpakete, mit denen viele Regierungen die Folgen der weltweiten Rezession bekämpfen wollen.

Vorjahresniveau

2009 will Hochtief seinen Gewinn 2009 auf dem Niveau des Rekordjahres 2008 halten. Rückgänge erwartet der Konzern aber bei Auftragseingang, -bestand und Umsatzerlösen. Voraussetzung für die Erfüllung der Ziele sei, dass es zu keinem anhaltenden Konjunktureinbruch der Weltwirtschaft komme, teilte Hochtief am Mittwoch in Duisburg weiter mit.

"Vor uns liegt ein Jahr der Herausforderungen", erklärte Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter. "Es ist auch ein Jahr der Chancen - unter anderem durch die aktuellen Konjunkturprogramme", betonte er. Hochtief wolle diese Möglichkeiten nutzen. Im florierenden Asien-Geschäft mit der Tochter Leighton erwarte der Konzern sogar einen Anstieg des operativen Ergebnisses vor Steuern.

Die Orderbücher von Hochtief sind gut gefüllt, die Aufträge reichen mit einem Volumen von 30,92 Mrd. Euro theoretisch über einen Zeitraum von 19 Monaten. Goldman-Sachs-Analysten rechnen zwar mit einer Abkühlung im Bausektor und gehen davon aus, dass die Mrd. aus den Konjunkturprogrammen den Nachfragerückgang aus der Privatwirtschaft nicht ganz auffangen können. Hochtief sei aber auch wegen seiner US-Töchter Flatiron und Turner anders als europäische Konkurrenten gut aufgestellt, um von den Konjunktur-Milliarden der US-Regierung zu profitieren, hatte es in der Studie geheißen. (APA/Reuters)

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