Kosovo-Präsident Sejdiu: NATO-Luftangriffe waren "Akt des Humanismus"

24. März 2009, 22:27
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"NATO und USA haben Verbrechen Serbiens im Kosovo beendet" - Slowakischer Premier: Angriffe waren falsch

Pristina - Der Präsident des Kosovo, Fatmir Sejdiu, hat die zehn Jahre zurückliegenden NATO-Luftangriffe gegen die Bundesrepublik Jugoslawien als einen "Akt des Humanismus ohne gleichen" bezeichnet. "Das Volk des Kosovo bekundet seine tiefste Dankbarkeit der NATO und namentlich den USA, die die Verbrechen Serbiens im Kosovo beendet haben", erklärte Sejdiu in einer Botschaft an seine Landsleute am Dienstag anlässlich des Jahrestages des Bombardementbeginns.

Der März 1999 sei "ein starkes Signal der friedliebenden Welt" gewesen, dass es gelte, die "brutale staatliche Unterdrückung im Kosovo mit der Sprache der militärischen Kraft zu beenden", da Belgrad keine politische Sprache verstehe, wurde Sejdiu von der Presseagentur Kosovapress zitiert. Die 78 Tage dauernden Luftangriffe hätten die kosovarischen Albaner vor der "vorsätzlicher Tötung gerettet, deren Szenario in höchsten Staats- und Akademikerkreisen Serbiens kaltblütig angefertigt" worden sei. Nach dem Beginn der NATO-Luftangriffe im Frühjahr 1999 wurden von damaligen jugoslawischen Sicherheitskräften und Milizeinheiten rund 800.000 Albaner aus ihren Heimen im Kosovo Richtung Albanien und Mazedonien vertrieben.


Fico: "Problem war komplizierter"

Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico hat die NATO-Luftangriffe gegen Jugoslawien als falsch bezeichnet. Bei den Bombardements habe es sich um eine Verletzung des Völkerrechts gehandelt, da es kein Mandat des UNO-Sicherheitsrats dafür gegeben habe, teilte Fico in einer Aussendung mit.

Die NATO hätte eine diplomatische Lösung für den Konflikt anstreben sollen, "weil das Problem komplizierter war als von der damaligen Propaganda dargestellt", sagte Fico mit Blick auf dem serbisch-albanischen Konflikt um den Kosovo.
Die Slowakei ist einer der wenigen EU-Staaten, der die Unabhängigkeit des Kosovo nicht anerkennt. Sie fürchtet eine Vorbildwirkung für die große ungarische Minderheit im eigenen Land.

Durch die Luftangriffe wurde Anfang Juni 1999 der zuvor fast zwei Jahre dauernde Kosovo-Krieg beendet. Die südserbische Provinz kam unter UNO-Verwaltung. Pristina (Prishtina) hat im Vorjahr einseitig seine Unabhängigkeit ausgerufen und wurde bisher von 56 Staaten - darunter auch von Österreich - anerkannt. Belgrad betrachten den Kosovo weiterhin als Teil Serbiens. (APA)

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    Fatmir Sejdiu, Präsident

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