Ja, und dann war er tot

24. März 2009, 19:37
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Richterin Barbara Salesch, die unermüdlich verurteilende Lichtgestalt im Unterschichtfernsehen, feiert ihr zehnjähriges TV-Jubiläum

Richterin Barbara Salesch, unermüdlich verurteilende Lichtgestalt im Unterschichtfernsehen, feiert ihr zehntes Jahr als TV-Richterin. Dem Branchendienst quotenmeter.de erklärt sie: "Die Fälle, Handlungen und Charaktere müssen nachvollziehbar sein."

Hier ist einzuhaken. Ein Beispiel soll veranschaulichen, was die fleißige Richterin für nachvollziehbar hält: "Mit gefesselten Händen und an einer Heizung erhängt wird Tina in ihrem Bad gefunden. Wurde sie von ihrem Liebhaber Rolf getötet, weil er den Seitensprung vor seiner Frau verheimlichen wollte?", lautet der Tatbestand vom Dienstag. Salesch befragt Zeugen um Zeugen, einzelne rasten aus, Salesch ruft zur Raison. 25 Minuten geht das so, schließlich die Lösung: Rolf wird des Mordes überführt. Allerdings nicht an Tina. Er hat ein Kind ertränkt. Rolf versenkte Giftmüll im Baggersee: "Was hätte ich tun sollen? Der hat mich gesehen, wie ich die Giftstoffe wieder mal versenkt hab. Er hat gesagt, was ich mach', ist nicht richtig, und er holt die Polizei. Da hab ich ihn geschnappt, er hat gebrüllt, und ich hab ihn unter Wasser gedrückt. Bis er sich nimmer gerührt hat. Ja, und dann war er tot. Und ich bin dann schnellstens nach Hause gefahren."

Und Tina, die mit gefesselten Händen an einer Heizung erhängt aufgefunden wurde? Selbstmord, stellt sich heraus. Salesch: "Damit schließe ich die Beweisaufnahme." (Doris Priesching/DER STANDARD; Printausgabe, 25.3.2009)

  • Frau Salesch.
    foto: sat.1

    Frau Salesch.

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